Mit Leichtigkeit ins Leben schauen

Der Welt mit Vertrauen begegnen – mit Leichtigkeit ins Leben schauen Der Welt mit Vertrauen begegnen – mit Leichtigkeit ins Leben schauen
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Der Welt mit Vertrauen begegnen und positive Dinge geschehen lassen

Es gibt viele Menschen, die schreckliche Erfahrungen gemacht haben. Was Schlimmes, Trauriges oder kaum Aushaltbares. Es gibt viele Geschichten über das leichte und schöne Leben. Aber machmal ist das Leben überhaupt nicht leicht und auch nicht schön. Manchmal hält es große Herausforderungen bereit. 

Zum Beispiel, wenn jemand krank ist oder man selber krank ist oder jemand stirbt. Wenn jemand einen Krieg erleben oder aus dem eigenen Land flüchten mußte. Wenn ein Unfall passiert, ein Streit ausbricht der zu Trennung führt oder ein Konflikt sich nicht lösen läßt. Vieles im Leben ist schwer zu ertragen. Es gibt Ereignisse im Leben, die möchte man am liebsten gleich wieder vergessen, die dazugehörigen Gefühle in eine Kiste sperren und nie wieder herauslassen. Aber so einfach funktioniert das nicht. Die Erlebnisse und Erfahrungen haben an sich, dass sie immer wieder zum Vorschein kommen und auf sich aufmerksam machen. Das tun sie zum Beispiel in Form von schlechten Träumen, Unruhe oder schlechter Laune. Sie können sich auch als lang anhaltende Traurigkeit oder sogar als körperlichen Schmerz zeigen. Oft finden Ärzte dafür dann keine Ursache. 

Alle diese Gefühle und Schmerzen können unbewusste Erinnerungen an die schwierige Erfahrung sein, die im Inneren noch weiter arbeitet. Warum melden sich diese Erlebnisse immer wieder? Sie sind doch vorbei und sollten endlich einmal Ruhe geben. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Wenn etwas Schweres passiert, dann wird verstärkt Aufmerksamkeit gebraucht, damit dies wieder heilen kann. Genauso wie bei einer Verletzung. Die Wunde muss versorgt werden und benötigt eine zeitlang mehr Ruhe. Wenn etwas Schweres oder sogar Schreckliches erlebt oder auch nur beobachtet wurde, fühlt es sich an, als ob man den Boden unter den Füßen verliert. Die ganze Welt scheint nicht mehr sicher. Auch das Vertrauen, dass das Leben gut ist, geht verloren. Das Wichtigste ist also, zu allererst das Vertrauen wieder aufzubauen. In jedem Leben gibt es Menschen, die verlässlich sind und Sicherheit ausstrahlen. 

Trotzdem reicht das manchmal nicht aus, denn das Vertrauen im Inneren kann nicht alleine von anderen Menschen kommen. Wirkliches und haltbares Vertrauen braucht einen Platz in der eigenen Persönlichkeit. Diesen sicheren Ort gibt es in der eigenen Vorstellung, in der eigenen Phantasie. Auch wenn das etwas paradox klingt, denn eigentlich ist ja die äußere Welt aus dem Gleichgewicht geraten. Dennoch ist das Vertrauen, um wieder sicher durch die Welt zu gehen, nur in jedem Selbst zu finden. Denn die äußere Welt ist nicht kontrollierbar, sie wird sich immer wieder verändern. Doch die innere Welt des Menschen, seine Gedanken, seine Gefühle und seine Wahrnehmung sind beeinflussbar. Wenn in der inneren Welt wieder Sicherheit und Vertrauen sind, wird es möglich, mit allen Entwicklungen der äußeren Welt viel besser umzugehen. Das kann fast magisch sein: Wenn der Welt mit Vertrauen begegnet wird, dann passieren positive Dinge. Menschen können wie Magneten sein, die auch das Gute anziehen. Dieser „innere Magnet“ kann aufgeladen werden um wieder die richtigen Dinge im Leben anzuziehen. Dann kann auch dem inneren Schmerz begegnet werden, denn die eigene erlangte Stärke ist gewachsen. Auch wenn die Intensität der Gefühle und Gedanken ähnlich ist, so hat sich der Mensch mit und durch seine inneren Magneten in der Zwischenzeit verändert. 

Das, was passiert ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden, auch nicht durch inneres Wachsen und dem Aufladen des inneren Magneten, aber die spürbare Auswirkung auf das eigene Leben kann verändert werden. Und das lohnt sich, denn dann kann man wieder mit Leichtigkeit ins Leben schauen.

Barbara Seubert
(erschienen in Ausgabe 43, Juli 2020)

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