Aufrichtung: natürlicher Trieb der Entwicklung

Die Knochen im Gleichgewicht drücken Anmut und  Leichtigkeit aus Die Knochen im Gleichgewicht drücken Anmut und Leichtigkeit aus
Foto: Brunner-Huber

Schwerkraft und Aufrichtekraft mit feiner Impulsgebung nutzen

Die Gesellschaft leidet global an „Rücken“ oder „Burn out“. Trotz aller Forschung und technisch höchst präzisem Einsatz nehmen diese Krankheiten und damit das Leiden der Menschen weiterhin zu. Wo steckt denn der Fehler im Denken, an welchem Punkt wurde etwas übersehen oder für unwichtig erachtet?  Ein neuer Denkansatz bringt ein neues Bild der Zusammenhänge und kann dadurch eine Lösung – eine Wandlung von innen bringen.

Im klassischen Gesundheitsmarkt herrscht der Gedanke der Reparatur von Knochen, Gefäßen und Nerven vor. Es ist erstaunlich welche technischen Meisterleistungen vollbracht werden, um Abhilfe von Schmerzen zu leisten. Allerdings wird versucht, alte Gewohnheiten und energetische Unausgeglichenheit durch ausgeklügeltes Zufügen oder Weglassen von Produkten oder über beständiges Üben in Harmonie zu bringen. Der Weg scheint das Ziel zu sein, doch der Wanderer hat keinen Zielpunkt im Blick und bleibt auf der Suche …

Die Knochen (einzig feste Substanz im Körper) können zum echten Wegweiser werden: An der Form der Knochen lässt sich ablesen, wie diese der Schwerkraft widerstehen können, d.h. ohne Belastung der Struktur, das von oben kommende Gewicht in die Erde ableiten. Diese Gesetzmäßigkeiten lehrt die Mechanik / Physik. Steht jeder Knochen mit seiner stärksten Belastungslinie im Lot, hat sich der Mensch vollkommen aufgerichtet. In dieser Idealkoordination ruht das Körpergewicht zentriert, stabil und sicher. Gleichzeitig entsteht ein großer Innenraum im Rumpf, der den Organen gute Durchblutung und dadurch optimale Funktion ermöglicht. 

Das Übernehmen des Körpergewichtes auf die Knochen entlastet die Muskeln, die dabei elastisch gestrafft werden. Vergleichbar ist diese strukturelle Stabilität mit straff gezogenen Zeltwänden, die einen schutzgebenden Innenraum bieten. 

Die Energiebahnen und -zentren sind in ihrer Lage und Fließkraft ebenfalls von der Skelettstellung abhängig, z.B. lässt der Druck einer gekrümmten WirbelSÄULE die Energie auf der verkürzten Seite stauen. Knöcherne Instabilität muss mit muskulärer Überspannung gesichert werden, die wiederum die Psyche beeinflusst. Körperliche und psychische Stabilität sind eng miteinander verwoben.

Das Skelett des Menschen ist der Schwerkraft, einer Richtungskraft der Erde, unterworfen. Babys erheben sich vom Liegen über das Krabbeln zum Stehen. Beim Gehen wird das gesamte Gewicht auf einem Fuß ausbalanciert. Im Inneren des Körpers wirkt dabei die natürliche Aufrichte- und Wachstumskraft, eine zweite Richtungskraft der Erde. Sie sorgt dafür, dass wir als Erwachsene nicht ohnmächtig zusammenbrechen. Gleichgewicht ist eine Entwicklung, durch die der Mensch seiner Lebendigkeit mit Freude und Leichtigkeit Ausdruck gibt. 

Über stabile Außenwände des Körpers entsteht Ruhe im Innenraum, in der eigenen Mitte, dem Zielort jeder Meditation! Durch die Idealkonstruktion entsteht ein besonders energievoller Innenraum, gleich einer gotischen Kathedrale, in dem die Seelen-Kräfte angesprochen und der Mensch tief in seiner Persönlichkeit berührt wird. Im Inneren liegt die Wandlungskraft!

Der Schlüssel für den Menschen ist die Wahrnehmung der eigenen, greifbaren Strukturen und – mit verändertem Blickwinkel – die Wahrnehmung des inneren (heiligen) Raumes. Der feinstoffliche Mensch (Geist, Seele) ergreift und steuert seinen eigenen grobstofflichen Anteil (Körper)! 

Die feine Impulsgebung in die Elastizität ist das machtvolle innere Ja-Wort für Harmonie und Ausgeglichenheit 

Gabriele Brunner-Huber
(erschienen in Ausgabe 41, November 2019)

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