Alpakas – "Engel auf Erden"

Alpakas stammen ursprünglich aus dem Hochgebirge der Anden Alpakas stammen ursprünglich aus dem Hochgebirge der Anden
© Foto: Schwab

Freundliche Lebewesen mit positiver Ausstrahlung vermitteln Harmonie

Sie sind in aller Herzen, die Alpakas. Denn diese sanften Wesenheiten haben unser Land durch ihr ausgeglichenes Wesen, Herzenswärme und Lebenslust erobert. Die Tiere sind Spezialisten im Verbreiten von echter Entspannung und Präsenz. Sie strahlen tiefe Ruhe aus, die sich auf den Menschen überträgt.

Diese so genannten Neuweltkameliten stammen ursprünglich aus Peru – aus dem Hochgebirge der Anden. Dort pfeift der Wind eiskalt durch die schroffe und karge Landschaft. Der Winter macht den Tieren daher weniger aus als die Sommerhitze. Aus diesem Grund müssen sie in unseren Breiten regelmäßig geschoren werden. Ihre Wolle ist sehr hochwertig und war zur Zeit der Inka nur hoch gestellten Persönlichkeiten zur Verwendung vorbehalten. Die Wolle wird gewaschen – gedätscht – gesponnen und dann zu Fäden verwoben. Damit lassen sich warme und angenehm zu tragende Kleidungsstücke wie Jacken und Pullis stricken. Beliebt sind auch kuschelige Bettdecken, die daraus gefertigt werden können.

Alpakas sind sehr ruhige Tiere im Gemüt. Daher kann es ein wertvolles Erlebnis sein, sich einfach mal an den Zaun ihres Geheges zu stellen, oder – noch besser – einen Tag mit Alpakas im Gehege zu erleben. Jedoch sollte man nicht einfach in die Herde eintreten. Sie sind Fluchttiere und werden leider oft mit Kuscheltieren verwechselt. Wer sofort hin stürmt und nicht respektvoll und vorsichtig ist, wird im besten Fall mit Ignoranz bestraft. Im Allgemeinen laufen sie aber davon. Dann steht man alleine da. Gut zu wissen: Bespuckt wird man von diesen Lama-Verwandten nicht – jedenfalls nicht mit Absicht. Die Wiederkäuer spucken sich nur gegenseitig an, wenn eine Dame trächtig ist oder wenn sie streiten. Da sollte man nicht zufällig dazwischen kommen. Denn es ist sehr unangenehm, das vorgedaute Gras abzubekommen. Menschen erhalten eher einen „Alpaka-Kuss“. Nach dem Motto: „Hallo, wer bist denn du?“

Ein Alpaka darf nie alleine gehalten werden, denn es sind Herdentiere, welche die Gesellschaft lieben. Mindestens zu zweit sollten sie sein. Je grösser aber die „family“‚ umso lieber ist es ihnen. Die Tragzeit beträgt 11 bis 11,5 Monate. Sie sind Nutztiere in der Landwirtschaft, da sie beim Grasen die Grasnarbe nicht kaputt machen und hervorragend klettern können. Sie sind sehr saubere Tiere. Denn sie benutzen immer wieder ein bis zwei feste Kotplätze. Ihr Kot wird auch „Alpakagold“ genannt, da dieser ein sehr wertvoller Dünger ist.

Alpakas können summende und beruhigende Töne von sich geben. Wenn man sich auf die Tiere einlässt und selbst ganz ruhig und still wird, kann es sein, dass man das Summen der Alpakas hört. Der Blick in ihre Augen kann dazu führen, dass man sich in die Tiere verliebt. Wer mal einen Tag mit einem Alpaka verbringt, um dieses neugierige und intelligente Tier kennen zu lernen, nimmt viele Ideen zum Leben in den Alltag mit. Es vermittelt soziales Verhalten, Einfühlungsvermögen, Frieden, Genügsamkeit und Gemeinschaft. Die Eigenschaften der Alpakas beruhigen das Gemüt und wirken daher sehr positiv auf das „innere Kind“. Alpakas öffnen das Menschenherz für Liebe, Mitgefühl, Vertrauen, Freude und Kraft. 

Bei vielen indigenen Kulturen Mittelamerikas herrschte der Glaube, diese freundlichen Lebewesen wären ihnen von der Erdgöttin Pachamama geschickt worden. Wegen ihrer vielen positiven Eigenschaften werden Alpakas oft „Engel auf Erden“ genannt. Sie zeigen den Menschen, wie man Gemeinschaft harmonisch leben kann. Und wie Konflikte freundlich gelöst werden können. Wie sie Ängste überwinden und Vertrauen schöpfen. Damit Frieden, Fürsorge und Mitgefühl auch in den „Menschenherden“ wohnen können.

Maresa Schwab
(erschienen in Ausgabe 40, Juli 2019)

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