Haustiere spiegeln Symptome

Treue Blicke im richtigen Moment symbolisieren Hingabe Treue Blicke im richtigen Moment symbolisieren Hingabe
© pixabay

Verbindungen zwischen Mensch und vierbeinigem Freund können beide Seiten bereichern

Wie unterscheiden sich Haustiere von Nutztieren? Neben vielen anderen definierten Merkmalen dürfte das Wesentlichste der enge, fast schon menschliche Bezug zum Tierhalter oder der Bezugsperson sein. 

Je nach Tierart und Persönlichkeit des menschlichen Partners dient der tierische Gefährte als Kindersatz, Kamerad, bester Freund, Kuscheltier, Vorzeigeobjekt u. ä.. Jedes der beiden Individuen, Mensch und Tier, bringt seine speziellen Eigenheiten in die Beziehung mit ein. 

Bestes Beispiel, weil viel beachtet von der Werbung, ist die oft frappierende äußerliche Ähnlichkeit und sichtbare innere Übereinstimmung zwischen Hund und Bezugsperson. Treue Blicke im richtigen Moment symbolisieren eine Hingabe, zu der Menschen laut Meinung der Tierbesitzer wohl nicht in der Lage zu sein scheinen. 

Vom Menschen wird die gewünschte Tierart meist unbewusst hinsichtlich der im Augenblick unter- oder überrepräsentieren eigenen Anteile ausgewählt. Treue, Freiheitsliebe, Eigensinnigkeit, Selbständigkeit, Pflegebedürftigkeit, Stolz, Kraft, Schutz, das ist nur eine kleine Auswahl aus der großen Palette, welche den einzelnen Tierarten und Rassen zugeordnet werden können. Jeder Mensch sucht sich, was im Moment zu ihm passt,um an seinen Lebensthemen zu arbeiten. 

Menschen sind zu einem sehr hohen Prozentsatz vom Unterbewusstsein geleitet. Nur ca. 5% der Aktionen geschehen bewusst. Ist man sich darüber im Klaren und entscheidet sich für das Agieren anstatt zu reagieren, kann sich vieles verändern.

Auf geradezu wundersame Weise finden sich immer wieder Verbindungen zwischen Mensch und Tier, die beide Seiten aufs Unglaublichste bereichern. In manchen Fällen scheinen sich auch die Tiere „ihren“ Menschen auszusuchen. Wer selbst in Kontakt zu einem Tier steht weiß, wie eng so eine Verbindung sein kann. Es scheint sogar möglich zu sein, die Gedanken des jeweils anderen zu lesen.

Umso mehr schmerzt es, wenn das geliebte Tier Krankheitssymptome an den Tag legt, anstatt Vitalität und Lebensfreude. Genauer betrachtet zeigt sich in sehr vielen Fällen, dass das Tier die Erscheinungen am Körper exakt an den Stellen offenbart, an welchen die menschliche Bezugsperson gerade entsprechend laboriert. Zu beachten ist dabei, dass durch den aufrechten Gang die körperliche Situation beim Menschen geringfügig anders geartet ist als beim Tier, speziell hinsichtlich der Extremitäten. 

Nur erhalten diese Symptome beim Tier ungleich mehr Aufmerksamkeit und Beachtung als beim menschlichen Part. Eigenem Leiden folgt selten so ein akuter Handlungsbedarf wie dem des schutzbefohlenen Tieres. Genau deshalb ist es so wirksam, wenn das Tier die Symptome der Bezugsperson zeigt. Auch bei Verhaltensweisen funktioniert besagtes Prinzip sehr gut. Viele Therapien am Tier fruchten deshalb nicht, weil sich der  falsche Partner der Verbindung in Behandlung befindet! 

Das Tier kann nicht nur sämtliche körperlichen Beschwerden und unliebsamen Verhaltensweisen seiner Bezugsperson wie auf einer übergroßen Leinwand darstellen, um diese überdeutlich zu machen. Aufgrund von nicht mehr naturgemäßer Haltung und Fütterung und falsch interpretierter Tierliebe kommen oft noch eigene Leiden hinzu. Regungen, Emotionen und Verhalten werden viel zu oft nach menschlichen Maßstäben beurteilt. Die Tiere werden dabei richtiggehend verkannt. Gespiegelte und eigene Symptome des Tieres sind in der Dia­gnostik voneinander zu trennen. Das ist eine große Herausforderung. 

Die effektivste Hilfe für das geliebte Tier ist die offene Auseinandersetzung mit den eigenen Themen. Dann steht einer wunderbaren und ungetrübten Mensch-Tier-Beziehung Tür und Tor offen!                 

Claudia Lahr
(erschienen in Ausgabe 40, Juli 2019)

Anzeigen