Leben mit Freude

Erkenntnis erlangen, wofür das Herz wirklich brennt Erkenntnis erlangen, wofür das Herz wirklich brennt
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Innere Widerstände überwinden und Veränderungen geschehen lassen

Wer kennt die Frage im Leben nicht: „Soll ich oder soll ich nicht?“ Man könnte meinen, zwei Stimmen im Inneren kämpfen gegeneinander. Einerseits die Antreiberstimme, die im Leben Veränderungen und Ziele gerne verwirklichen möchte. Andererseits die Stimme des Unterbewusstseins, die wie ein kleiner Wachhund beschützen will, ausbremst oder skeptisch ist. 

 Oft erlebt man einen „Wettstreit“ der beiden Stimmen. In jeder kleinen oder großen Lebensveränderung wittert der Wachhund eine Gefahr. Diese vermeintlichen Gefahren sind z.B. Ängste wie Erfolglosigkeit, Versagensangst, Schamgefühl usw., „bringt ja nichts, hat eh keinen Sinn“ und noch andere Ausreden, sich die gewohnte, jedoch unzufriedene Lebenslage aufrechtzuerhalten. Das sind Vermeidungsstrategien, die im Leben zu Trägheit, ständigem Aufschieben, Unwohlsein, Ohnmacht und sogar zu psychischen Problemen führen können. Dieser innere Kampf kostet den Körper sehr viel Lebensenergie. Jede Lebensveränderung – ob groß oder klein – bedeutet ein Verabschieden vom Vertrauten und Gewohnten. Man meint, ein Stück Sicherheit (die es im Leben gar nicht gibt!) aufzugeben. Dieses Denken macht den Menschen unfrei und ohnmächtig. Denn es ist ein großer Fehler, diesen inneren Widerstand zu bekämpfen, abzulehnen oder sogar zu ignorieren. 

Es ist wichtig, öfter mal einen Schritt ins Unbekannte zu wagen. Nur so kommt man im Leben voran. Dass dieser Schritt auch mit Ängsten in Verbindung steht, ist normal. Durch die Annahme dessen, dass eine Veränderung beängstigend sein darf, öffnen sich die Türen im Inneren. Die Schleier des Versagens, der Scham usw. werden durch die Annahme des „Inneren Widerstandes“ lichter und klarer. Der Antreiber im Inneren wird durch die Annahme dieses Widerstandes besänftigt. Der Wachhund wird wahrgenommen. Dieser Zustand macht es möglich, den wirklichen Ängsten auf den Grund zu gehen. Nur so kann man mit Achtsamkeit und Geduld herausfinden, welche vermeintlichen Gefahren sich in dem inneren Widerstand verstecken und einen vor dieser gewollten Veränderung des Leben abhalten möchte. 

Durch das Annehmen dessen, was ist, schafft man in sich einen bejahenden Raum für Veränderung.  Man darf sich die Freiheit erlauben, Dinge auszuprobieren und zu experimentieren (wovor der „Wachhund“ abhalten will). Nur durch diesen Weg kommt Erkenntnis, wofür das Herz wirklich brennt. 

So möchte Lina z.B. mit ihrem Freund eine gemeinsame Wohnung beziehen. Widerstände machen sich breit. Ist es der Widerstand ein Stück Freiheit aufzugeben? Lina muss sich klar werden und eine „Ent-scheidung“ treffen, was ihr für ihr Leben wichtiger ist. Freiheit, oder gemeinsam mit einem Lebenspartner das Leben genießen. Ent-scheiden heißt, sich von alten Gewohnheiten zu trennen.

Solche Entscheidungen brauchen natürlich Zeit für Klarheit. Mit Geduld und kleinen Schritten kann man sich den Veränderungen mutig stellen. Meistens gibt es wenig zu verlieren. Im Gegenteil, man gewinnt an wichtigen Erkenntnissen über sich selbst und somit wird man im Inneren „frei“. Man überwindet die Scham, dass etwas peinlich sein könnte, oder die Angst zu scheitern. Ein „Ich kann nicht“ führt zu noch mehr Widerständen und Ohnmacht. Ein „ich will“ oder „ich bin bereit“ gibt jedoch Kraft, sich die verborgenen Ängste anzuschauen und den Weg zur Erfüllung der eigenen Wünsche und Ziele mutig zu gehen. Alles Andere ist Flucht vor sich Selbst und dem Leben gegenüber. Jeder Neubeginn des Lebens beinhaltet ein Loslassen des Vertrauten und Gewohnten.

Es lohnt sich! Denn nur so wird man innerlich frei und findet zu seinem eigentlichen Leben, das man dann „selbst-bestimmt“ mit Freude und wahrer Erfüllung leben kann.                   

Marianne Prams
(erschienen in Ausgabe 37, Juli 2018)

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