Der keltische Jahreskreis

Keltische Triskele in einer uralten Felsgravur Keltische Triskele in einer uralten Felsgravur
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Frühlingserwachen der Natur im Reigen mythologischer Feste

In früherer Zeit waren die Menschen sehr eng mit der Natur verbunden. Durch deren Beobachtung und auch astronomischer Ereignisse wie Sonnenwenden und Tag-und-Nacht-Gleichen wurden die besten Zeiten für die Feldarbeit erkannt.

Durch rechtzeitiges Aussäen, Ernten, Verarbeiten und Einlagern, im Einklang mit den wechselnden Jahreszeiten, war die Versorgung mit Lebensmitteln für Mensch und Tier gesichert.

Daraus entstanden Rituale und Feste zu Ehren der Erdmuttergöttin Huldr oder Holla, zu den einzelnen Jahreskreisfesten im keltischen Medizinrad. Die keltische Triskele symbolisiert die sich wandelnde Göttin im Kreis, ebenso die Göttin in den Farben Schwarz, Weiß und Rot. Diese drei Zeitqualitäten ziehen sich durch das Jahr und wurden mit den 8 Jahreskreisfesten gefeiert. Die Regeln der Natur konnten so auf das irdische Leben des Menschen übertragen werden. So hat sich gezeigt, dass ein Neubeginn aller Art am günstigsten im Frühjahr umzusetzen ist, sei es ein neues berufliches Projekt, oder auch nur das Entrümpeln z.B. von Wohnung und Kleiderschränken, um Platz für Neues zu schaffen. Der allseits bekannte Frühjahrsputz hat hier seinen Ursprung. So kann es erfolgreich mit frischer Kraft ins Neue Jahr gehen. Projekte entwickeln sich besser im Frühjahr, genau wie in der Natur aus dem Samen eine Pflanze mit Wurzeln und kräftigen Trieben wird.

Diese Frühjahrsrituale wurden mit dem Jahreskreisfest Ostara am 21. März zur Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche gefeiert. Hier können auch die Räumlichkeiten mit einer entsprechenden naturreinen Räucherung energetisiert werden. Im Fachhandel gibt es hilfreiche Produkte für jede Zeitqualität der Jahreskreisfeste. Bei einem professionellen Räucherofen können die Wirkstoffe der Heilpflanzen der jeweiligen Räucherung freigesetzt werden und so Wohn- und Arbeitsräume hilfreich energetisieren.

Die acht Jahreskreisfeste im Keltischen Medizinrad durchlaufen folgende Stationen bzw. Zeitqualitäten im Jahresrad und beginnen mit:

Samhain (auch bekannt als Allerheiligen) am 1. November: Dunkelheitsfest, Ahnenfest, Trauern und Loslassen, Keltischer Jahresbeginn. In der Natur fallen alle Blätter und die Pflanzen ziehen sich in die Erde zurück.

Julfest (Wintersonnenwende) am 21. Dezember: Wiedergeburt des Lichtes und Beginn der Rau(c)hnächte. Die Natur ruht.

Imbolc (auch bekannt als Maria Lichtmess) am 1. Februar: Lichtfest, Visionssuche und Neubeginn. Die Natur regt sich langsam wieder. Die Sonne hat schon wieder mehr Kraft und erste Knospen kommen in Bewegung.

Ostara (Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche) am 21. März: Der Frühlingsbeginn zeigt sich mit Kreativität und Ausdruckskraft. Erste Frühlingskräuter können bereits geerntet werden.

Beltane (auch bekannt als Walpurgisnacht) am 30. April: Das Freudenfest, Sinnlichkeit und Lebensfreude, Liebe und Partnerschaft. Die Natur zeigt sich maigrün und farbenprächtig und frisch erwacht.

Litha (Sommersonnenwende) am 21. Juni: Der Sommerbeginn. Alles blüht und wächst in voller Kraft. Beginn der Heilkräuterernte.

Lugnasad (auch bekannt als Maria Himmelfahrt) am 1. August: Das Schnitterinnenfest. Abgrenzung, Entscheidung und Abschneiden. Hochzeit des Lichtes. Ernten und Kräuterweihe.

Mabon (Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche) am 21. September: Der Herbstbeginn. Bilanz ziehen und integrieren. Reichtum teilen und danken.

Auch heute noch kann durch das Feiern der keltischen Jahreskreisfeste, im Einklang mit Mutter Erde und der Natur, eine tiefe und selbstverständliche Verbindung zu ihr entstehen. Dies gibt Urvertrauen und eine natürliche Erdverbundenheit zurück.            

Gerda Maria Vielhauer
(erschienen in Ausgabe 36, März 2018)

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