Unterbewusstsein und inneres Kind

Eisbergmodell:  Nur ein kleiner Teil ist sichtbar Eisbergmodell: Nur ein kleiner Teil ist sichtbar
© niyazz / Adobe Stock

Der Schlüssel hin zu Leichtigkeit, Erfüllung und Lebensfreude

Gedanken, Emotionen, Erfahrungen, Werte. All dies ist im Unterbewusstsein, auch inneres Kind genannt, gespeichert. Entscheidungen und Handlungen werden aufgrund dieser inneren Prägung getroffen. Bewusstseinsarbeit öffnet die Türen, um selbstbestimmter und glücklicher leben zu können.

Bewusstsein und Unterbewusstsein lassen sich gut anhand des Eisbergmodells darstellen. Ein kleiner Teil des Eisberges ist sichtbar. Das ist das Bewusstsein. Prozentual sind es ca. 5%. Der andere unter Wasser liegende Teil ist verborgen. Das ist das Unterbewusstsein. Doch genau dieser Teil ist es, der z.B. Stolpersteine, immer wiederkehrende negative Erfahrungen, Konflikte und belastende Gefühle kreiert. Ebenso wiederum aber auch Glück, Erfolg, Nähe und Zufriedenheit.
Die Grundlagen unseres Erlebens werden bis zum vierten Lebensjahr gebildet. Darauf bauen sich erst einmal alle Sichtweisen, Einschätzungen, Werten, ect auf. Bei einer guten Prägung kann dies „von alleine“ zu einem leichten Leben führen. Denn Glück und Erfolg sind in den wenigsten Fällen purer Zufall. Sie sind sichtbarer Ausdruck der eigenen Gedanken, Glaubenssätze, Emotionen und Einstellungen.
Sich mit seinem Unterbewusstsein zu befassen, ist ein Akt der Selbstliebe. Lange gehegte Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse können sich erfüllen. Denn es ist möglich, die alten inneren Strukturen zu überschreiben. Wie bei einer Festplatte, die neu programmiert wird. Diese Neuprogrammierungen führen zu neuen Erfahrungen. Die eigene Schöpferkraft kann für das Schöne und Gewünschte aktiv werden.
Warum ist das so. Alles, was im Unterbewusstsein gespeichert ist, erschafft Gedanken. Aus dem Gedanken entspringt eine Emotion. Auf diese folgt eine Reaktion, eine Handlung, eine Entscheidung. Diese kann förderlich oder destruktiv sein. Das Unterbewusstsein greift „einfach nur“ auf das Abgespeicherte zurück und legt das entsprechende Programm auf, egal ob es von Vorteil ist oder nicht. Auch Körperempfindungen sind unmittelbar damit verbunden.
Bei täglich ca. 50000 bis 70000 Gedanken ist das Unterbewusstsein Steuerzentrale Nr. 1. Im Leben. Und – ohne dass man sich damit befassen und aktiv werden müsste – wirkt mit ihm eine Kraft, die den intellektuellen Stand eines 4jährigen Kindes hat.
So ist es nicht verwunderlich, dass Einiges im Leben eines Erwachsenen nicht mehr passend ist und trotz aller Bemühungen ein Vorwärtskommen nicht gut gelingt, die gewünschte Veränderung nicht eintritt. Es wird im eigenen Inneren verhindert. Die Schuld wird allerdings oft bei anderen gesucht oder im Schicksal begründet. Doch damit wird die eigene Kraft und Macht der Veränderung abgegeben, auch aus Hilflosigkeit.
„Ich schaffe das nicht.“ „Das Leben ist ein Kampf.“ „Meine Bedürfnisse sind nicht wichtig.“ Dies sind Beispiele für starke Glaubenssätze, die auf alten Erfahrungen und der Prägung beruhen. Wäre es da nicht besser „Ich bin es wert.“ „Ich habe viel Glück.“ oder „Ich bin liebenswert.“ „Ich darf da sein!“ zu denken und zu fühlen?
Es gibt einfache Methoden, wie im Unterbewusstsein „aufgeräumt“ werden kann und die alten Muster und Glaubenssätze überschrieben werden können. Meditation hilft, um in die Tiefe zu kommen. Ein Aufschreiben dessen, was über eine Situation gedacht wird, ist ein erster Schritt hin zum Bewusstsein. Oft tauchen hierbei schon innere Bilder und Erinnerungen auf, die zu den Wurzeln und Ursachen führen. Als Erwachsener lässt sich die Situation dann anders und neu bewerten. Bei tiefsitzenden und mit starken Emotionen verbunden Erfahrungen ist es hilfreich, sich professionell begleiten zu lassen. Je nach Thematik ist ein Coach, Therapeut oder Seminar sinnvoll.

Martina Heinzel
(erschienen in Ausgabe 44, November 2020)

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