Heilsame Weiblichkeit

Frauenmantel bietet sich als wahres "Allheilmittel" in der Frauenheilkunde an Frauenmantel bietet sich als wahres "Allheilmittel" in der Frauenheilkunde an
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Naturheilkunde als Rückverbindung zum Urweiblichen 

Alles wird von Rhythmus getragen und durchdrungen. Mondphasen, Tag und Nacht, Jahreszeiten, alles Wasser auf diesem Planeten unterliegt einem in sich logischen Wechsel von Anspannung und Entspannung, von Hervorbringen und Rückzug. 

Ganz besonders sicht- und fühlbar ist dieser Rhythmus im weiblichen Körper. Frauen sind ausgeprägt zyklische Wesen. Der Körper, die Emotionen, das Frust- oder Lustempfinden wird maßgeblich durch den hormonellen Zyklus beeinflusst. Oft wird Frau dies erst richtig bewusst, wenn dieser Zyklus aus dem Takt geraten ist und die Hormone Achterbahn fahren.

Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Von Hormonrückständen in Trinkwasser und Lebensmitteln, langjähriger Einnahme der „Pille“ aber auch ganz simpel durch das hohe Stressempfinden, das viele Frauen haben, kann die natürliche Ordnung gründlich durcheinander gerüttelt werden.

Hormonelle Dysbalancen können sich als körperliche wie auch psychische Beschwerden zeigen und reichen von Zyklusunregelmäßigkeiten, Zystenbildung und prämenstruellen Beschwerden bis zu Überforderung, Unwohlsein und depressiver Verstimmung. Die innere Uhr ist aus dem Takt, die wogenden inneren Wellen werden plötzlich zur stürmischen See oder verebben in erschöpftem Stillstand. Das Leben der Frau ist vom Rhythmus getragen, dieser besteht auch nach der Menopause – den Wechseljahren – weiter. Die Monatsblutung ist zwar versiegt, der innere Taktgeber trägt jedoch weiter, wenn auch weniger sichtbar und subtiler. Auch hier gilt es, sich wieder mit der ureigenen Weiblichkeit zu verbinden. 

Viele Frauen haben es verlernt, hin zu spüren und die Kraft aus ihrem zyklischen Wesen zu ziehen. Eine Rückverbindung zu dieser Kraft, zum Urweiblichen, kann nicht nur die körperlichen Symptome lindern, sondern lässt mit Vertrauen und Mut auf den eigenen Lebensweg und die nächsten Schritte blicken. Eine gute Verbindung zu den schöpferischen weiblichen Kräften kann die Basis sein, Krisen zuversichtlich zu meistern.

Die Naturheilkunde kann mit ihren wesenhaft-rhythmischen Heilmitteln hierbei sehr unterstützend sein, damit Frau wieder Zugang zur ihrer ureigenen Kraft findet. Die Angelikawurzel beispielsweise gibt über ihr aufrecht stehendes, einhüllendes Wesen Zuversicht und durchwärmt gleichzeitig Unterleib und Eierstöcke. Der Frauenmantel bietet sich als wahres „Allheilmittel“ in der Frauenheilkunde an – in seiner runden, gebärmutterähnlichen Blattform trägt er jeden Morgen behütend einen Tautropfen, gleich eines Kindes, das im mütterlichen Schoß liegt. 

Im weiblichen Monatszyklus ist die erste Zyklushälfte der Frau geprägt von Aufbau, Erschaffen, Kreieren – gleich der Mondphase des zunehmenden Mondes. Hier steht viel Kraft zur Verfügung, Pflanzen wie Granatapfel, Angelika und Rosmarin unterstützen diese Phase. Der Eisprung stellt den Höhepunkt dar, Kraft- und Lustempfinden dominieren und entsprechen der Zeit des Vollmondes, der sich in seiner ganzen Größe, Schönheit und Präsenz zeigt. Die Phase des abnehmenden Mondes gleicht der zweiten Zyklushälfte der Frau, in der Besinnung, Rückzug und Haltekraft regieren. Unterstützend können hier Keimzumpe oder Mönchspfeffer in homöopathischer Form wirken. Der Neumond – oder dunkle Mond – entspricht der Mondblutung der Frau, die für Loslassen und Innenschau steht. Auch hier kann wieder der Frauenmantel helfen, sich eingehüllt und geborgen zu fühlen. 

Vielleicht ist neben der naturheilkundlichen Unterstützung auch ein Umdenken gefragt – eine Änderung der Gewohnheiten, eine Besinnung auf das, was Kraft gibt, auf die eigenen Bedürfnisse und auf das Loslassen dessen, das längst überflüssig ist. Dann kann sogar die Krise zur Chance werden.         

Martina Auer
(erschienen in Ausgabe 43, Juli 2020)

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