Osteopathische Unterstützung für Kinder

Die persönliche Entwicklung von Kindern verläuft ganz individuell Die persönliche Entwicklung von Kindern verläuft ganz individuell
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Sanfte Behandlungsmethode kann Selbstheilungskräfte aktivieren

Kinder machen vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Pubertät eine enorme Entwicklung durch. Nicht immer verläuft diese Zeit ohne Schwierigkeiten. Die Osteopathie kann hier eine gute Hilfestellung zur Anregung der Selbstheilungskräfte sein. 

Diese Entwicklungsjahre kann man mit einem Bach vergleichen, dessen Wasserlauf sich immer wieder verändert. An manchen Stellen plätschert der Bach ruhig dahin, an anderen Bereichen gibt es Verwirbelungen durch Felsen oder Engstellen. Jeder Bach ist einzigartig in seinem Verlauf. Die persönliche Entwicklung von Kindern verläuft ebenso ganz individuell. Die Osteopathie ist hier eine sanfte Unterstützung im Wachstum. Sie hilft dem Kind einige Steine aus dem Weg zu räumen, das überbrodelnde Wasser zu beruhigen oder den gestauten Bach zu befreien. 

Bereits in der Schwangerschaft kann die Osteopathie bei körperlichen Beschwerden der Mutter und zur Vorbereitung auf die Geburt sehr hilfreich sein. 

Wenn das Baby geboren ist, kommt es manchmal zu sogenannten Anpassungsschwierigkeiten wie z.B. Still- und Trinkproblemen, vermehrtem Schreien oder Bauchschmerzen. Es kann zu einseitigen Kopfhaltungen, Hüftfehlstellungen oder Schlafprobleme kommen. All diese und viele weitere Symptome lassen sich sehr gut osteopathisch behandeln. Häufig kann dadurch etwas Ruhe in den sehr turbulenten Alltag mit dem kleinen Baby einkehren.

Auch im Kindergarten- und Grundschulalter sind Kinder sehr gefordert. Die motorische Entwicklung schreitet weiter voran.  Sprachentwicklung, soziale Kontakte, geistige Entwicklung, die beginnende Schullaufbahn und auch das Selbständig werden sind in diesem Alter wichtige Punkte. Läuft einer oder mehrere Bereiche nicht rund, kann Osteopathie auf sanfte Art und Weise unterstützen. 

Die Zeit der Pubertät hält noch einmal besondere Anforderungen für die ganze Familie bereit. Wieder ist Osteopathie hier eine sehr schöne Möglichkeit, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die Jugendlichen wieder ein Stück mehr „ins Lot“ zu bringen. 

Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen, Entwicklungsverzögerungen oder Lernschwierigkeiten können ebenfalls sehr von osteopathischen Behandlungen profitieren. Die Osteopathie hilft dem Körper das eigene Potential voll auszuschöpfen. Auch nach größeren Stürzen, Verletzungen oder Operationen hilft Osteopathie dem Kind wieder in seine Mitte zu kommen. Sehr wichtig ist auch die gute Zusammenarbeit mit weiteren an der Behandlung beteiligten Therapeuten.

Die osteopathische Kontaktaufnahme erfolgt sehr behutsam und immer angepasst an das Kind. Je nach Alter des Kindes wird im Liegen oder im Sitzen behandelt. Die Kinder spielen während der Behandlung mit ihren Eltern. So ist auch für kleine Kinder eine Behandlung sehr gut möglich. Kinder merken sehr schnell, dass sie sich während einer Behandlung entspannen können. Sie müssen nichts leisten, vorzeigen oder üben und genießen das sehr häufig. Nicht selten schlafen kleine und große Patienten während der Behandlung tief ein. 

Osteopathie darf in Deutschland nur von einem Heilpraktiker oder Arzt ausgeübt werden, da sie als Heilkunde gilt. Für die Behandlung von Kindern muss der Therapeut viel Wissen, Erfahrung und Einfühlungsvermögen mitbringen. Wichtig ist deshalb eine sehr gute Ausbildung im Bereich der Kinderosteopathie.

Sowohl gesetzliche, als auch private Krankenversicherungen beteiligen sich häufig an den Kosten der Behandlung. Weitere Informationen rund um die Osteopathie gibt es bei einem der Berufsverbände: Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (www.osteopathie.de)

Sandra Liedtke
(erschienen in Ausgabe 43, Juli 2020)

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