Die Haut – ein Multifunktionsorgan

Die Haut muss vielen  Umwelteinflüssen Paroli bieten Die Haut muss vielen Umwelteinflüssen Paroli bieten
© Marco Barnebeck / pixelio.de

Äußere Hülle des Körpers erfüllt eine Vielzahl von Aufgaben

Man sitzt, liegt, steht oder kniet auf ihr. Man schüttelt Hände und berührt andere Menschen mit ihr. Man setzt sie der Sonne aus, dem Wind, trockener Heizungsluft, dem Duschwasser, Pflegeprodukten, Medikamenten, Eiseskälte, Hitze oder Umweltgiften. Sie muss Vielem Paroli bieten.

Die Haut schützt den Organismus bestmöglich und präsentiert den Menschen nach Außen. Sie ist ein Organ von Format: das größte des Körpers. Durch sie erspürt man die Umwelt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass für Babies der Kontakt über die Haut lebensnotwendig ist. Wenn sie den nicht bekommen oder zu wenig davon, kann es zu schweren seelischen Schäden bis hin zum Tod führen. „Fühlen“ ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Es ist quasi emotionale Nahrung von Außen.

Auf physischer Ebene wehrt die Haut schädliche Umwelteinflüsse ab. Sie fungiert als „Schutzwall“ und hat dabei viele Aufgaben. Dazu gehören Sinnes-, Abwehr-, Stoffwechsel-, Regulations- und Entgiftungsfunktion. Eine ihrer Kernaufgaben ist durch das Ausscheiden von Giftstoffen die Unterstützung der Leber. So zählt sie neben dieser, Darm, Lunge und Nieren zu den Ausscheidungsorganen, z.B. durch Absonderung von Schweiß. Viele Hautleiden entwickeln sich durch eine Ausscheidungsstörung des Körpers: Dabei sammeln sich Stoffwechsel- und Lymphschlacken sowie Nahrungs- und Umweltschadstoffe im Organismus an und werden über die Haut nur unvollständig ausgeleitet. 

Die äußere Hülle des Körpers schützt die inneren Organe vor Verletzung, verhindert das Eindringen von Krankheitserregern und hält schädliche UV-Strahlung vom Körperinneren fern. Des weiteren reguliert sie den Temperatur- und Wasserhaushalt. Zum Beispiel kühlt sie den Körper durch Schwitzen ab und zieht bei Kälte die Blutgefäße zusammen, damit die Wärme im Inneren bleibt. Sie besteht aus drei Schichten, der Oberhaut (Epidermis) der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subcutis). In der Oberhaut wird der Schutzmantel ständig runderneuert. Frische Hautzellen wandern bis an die Hautoberfläche, die alten fallen als Hautschuppen ab. Rund 28 Tage dauert dieser Zyklus. Dann ist die Oberhaut wieder neu.

Es gibt eine große Zahl an Hautsymptomen und -erkrankungen. Von A wie Akne, über Neurodermitis, Psoriasis, Vitiligo bis Z wie Zellulitis, um nur einige zu nennen. Jeder Mensch ist ein Individuum und hat seine eigene Geschichte, jedes Symp­tom ebenso. Und genau so verschieden können auch die Vorgehensweisen sein, um diese möglichst zu lindern und im besten Fall ganz auszuheilen. Heilen tut sich im Grunde jeder Mensch selbst mit bewussten Entscheidungen und Hilfestellung für den Körper, damit dieser sich selbst reparieren kann. Das Trinken von gutem reinem Wasser, gesund schlafen, Seelenhygiene, gute Hautpflege, Entsäuern, Entgiften, Entschlacken, körperliche Fitness und gesunde frische Pflanzenkost kann als Basis dazu beitragen, das Multifunktionsorgan beschwerdefrei zu erhalten. Apropos Pflanzenkost: So schreibt Gregor Wilz in seinem Buch „Vegetarische Rohkost“: Die Begriffe „Vegetarier, Vegetarismus, vegetarisch“ haben ihre gemeinsame Wurzel im Lateinischen: vegetare = (be)leben, wachsen; vegetus (von vegere) = rüstig, munter, lebenskräftig; vegetabilis = zum Leben, Wachsen fähig“. Und Dr. med. M. Bircher-Benner wird die Aussage zugeschrieben: „Die Nahrung mit dem höchsten Heilwert ist eine richtig zusammengesetzte und zubereitete pflanzliche Rohkost. Ihre Heilwirkung zusammen mit geordnetem Leben grenzt ans Wunderbare. Sie heilt nicht die Krankheit, sondern den Gesamtorganismus, dem sie die Kraft gibt, alles Krankhafte zu überwinden, so es nicht zu spät ist“.               

Roswitha Guggenbichler
(erschienen in Ausgabe 41, November 2019)

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