Ausgewogene Ernährung wichtig

In der heutigen Zeit bestimmt Fast Food den Speiseplan In der heutigen Zeit bestimmt Fast Food den Speiseplan
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Darmschädigende Zuatzstoffe so weitgehend wie möglich vermeiden

Die genetische Weiterentwicklung des Menschen verläuft sehr langsam. Bis messbare Anpassungen an die Umwelt deutlich werden, sind tausende Generationen nötig. Die ersten aufrecht gehenden, affenähnlichen Vorfahren existierten schon vor über 5.000.000 Jahren. Vor etwa 200.000 Jahren verbreitete sich der heutige Mensch von Afrika aus über die Welt. 

Erst vor knapp 10.000 Jahren wurde der Ackerbau und die Viehzucht erfunden und damit die menschliche Ernährung revolutioniert. Leider konnte die genetische Anpassung durch Mutation und Selektion nicht mit der technischen Entwicklung Schritt halten. Deswegen ist das Verdauungssystem des heutigen Menschen immer noch auf dem Stand der Jäger und Sammler. Diese verzehrten über Millionen von Jahren hinweg nur Früchte, Blätter, Kräuter, Wurzeln, Knollen, Nüsse und – wenn sie Jagdglück hatten – ab und zu Fleisch und Fisch. Heute hat sich der Mensch allerdings von dieser so genannten „artgerechten“ Ernährung sehr weit – meist zu weit – entfernt. Er verzehrt zu viel Fleisch, Wurst und vor allem viel zu viele kurzkettige Kohlenhydrate z.B. in Form von Brot und Nudeln. Der Anteil von Fleisch und kurzkettigen Kohlenhydraten sollte bei einer ausgewogenen Ernährung 30% nicht übersteigen. Bei den meisten Menschen der sogenannten zivilisierten westlichen Welt ist es genau umgekehrt. Oft ist der Anteil von Fleischprodukten und kurzkettigen Kohlenhydraten an der Ernährung größer als 70%. 

Kein Wunder also, dass die Zahl der chronisch Erkrankten immer weiter ansteigt. In Deutschland ist die Häufigkeit von sogenanntem Typ-2-Diabetes (früher: Altersdiabetes) in den letzten 20 Jahren um die Hälfte auf mehr als sechs Millionen Erkrankte angestiegen. Böse Zungen lästern von einer Kohlenhydratmast. Der Anteil der Übergewichtigen an der Bevölkerung bestätigt dies. Auch Unverträglichkeiten, Allergien, Erschöpfung, Depression, Demenz und neurodegenerative Erkrankungen nehmen stetig zu. 

Eine ernährungsbedingte Herausforderung der heutigen Zeit stellt zudem der zunehmende Zeitdruck dar: schnelle Snacks oder Fast Food, industriell gefertigte Nahrungsmittel mit zu viel Salz, Zucker und minderwertigen Fetten bestimmen den Speiseplan. Ein großes Problem sind hier auch Lebensmittelzusatzstoffe. Selbst gekocht mit frischen, regionalen Produkten wird leider nur noch in wenigen Haushalten. Der Griff zu Fertigprodukten im Supermarkt ist verlockend und wird nur zu gerne angenommen. Dazu kommt die Art und Weise der produzierten Lebensmittel. So wird Obst und Gemüse beispielsweise oft tausende von Kilometern bis zum Endverbraucher transportiert. Häufig im Ausland hergestellt oder gezüchtet, mit unzähligen Chemikalien behandelt, unreif geerntet und begast. So kann es in der Regel nicht verdaut werden. Um dauerhaft eine physiologisch korrekte Darmfunktion zu gewährleisten, ist der Verzehr aller unverdaulichen, darmschädlichen Zusatzstoffe so weitgehend wie irgend möglich zu vermeiden. Wird der menschliche Körper nicht „artgerecht“ (entsprechend der genetischen Veranlagung) und ohne schädliche Lebensmittelzusatzstoffe ernährt, besteht die Gefahr, dass der Darm und die Darmflora (im Darm lebende Mikroorganismen) geschädigt werden. Dadurch kann der Darm seine Funktion der Aufnahme von Nährstoffen und als Sitz des Immunsystems nicht mehr erfüllen. 

Ist ein Darm durch chronische Fehlernährung geschädigt, kann eine Darmsanierung die richtige Funktion wieder herstellen. Leidet man also unter Sodbrennen, Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen, Durchfall und / oder Verstopfung, Bauchschmerzen oder -krämpfen, sollte man etwas für seine Darmgesundheit tun.

Luise Herder
(erschienen in Ausgabe 40, Juli 2019)

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