Es lebe die Leber!

Die Leber ist das schwerste Organ und die größte Drüse im Körper Die Leber ist das schwerste Organ und die größte Drüse im Körper
© Naveen Kalwa / 123rf.com

Größte Drüse im Körper regelt lebensnotwendige Abläufe

Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan und neben Nie­ren, Darm, Haut und Lunge das wichtigste Entgiftungsorgan im menschlichen Körper. Sie leistet Tag für Tag Schwerstarbeit, un­ter anderem dann, wenn zu viel Zucker, Fett, Stress und Bewe­gungsmangel auf den Menschen einwirken. Sie ist gut durchblu­tet mit ca. einem Liter pro Minute, dass sind 1440 Liter pro Tag.

Der Mensch ist fähig, nur mit ei­ner Niere weiterzuleben, er ist so­gar fähig, ohne Milz oder Gallen­blase zu leben. Ohne die Leber aber kann niemand existieren. 

Die Leber ist mit ihrem Gewicht von ca. 1,5 kg das schwerste Organ und die größte Drüse im Körper. Ihr werden um die 500 verschiedene lebensnotwendige Funktionen zuge­schrieben. Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate wer­den von der Leber verstoffwech­selt bzw. auf- oder umgebaut und dem Körper – bei Bedarf – zur Verfügung gestellt. 

Sie sorgt für Umwandlung und Transport der zugeführten  Nährstoffe, welche die Körper­zellen zum Leben und zur Ener­giegewinnung benötigen. Viele Vitamine und Mineralien aus der Nahrung werden in der Leber gelagert und in den Blutkreislauf abgegeben, wenn sie gebraucht werden. Dazu gehören Kupfer, Eisen und Vitamine A, D, E, K und B12. Sie filtert und entgiftet Blut, indem sie gesundheitsschädigende Stoffe in harmlose umbaut, z. B. Ammoniak in Harnstoff. 

Das Organ bildet täglich 0,5 - 1 Liter Galle für die Verdauung. Diese Gallenflüssigkeit wird über die Gallenwege zum Zwölffingerdarm und somit in den Darm ausgeschieden. Mit der Galle werden auch Stof­fe ausgeschieden, die mit dem Stuhl den Körper verlassen sol­len, z. B. Schwermetalle. 

Die Leber ist auch zuständig für die Herstellung von Albuminen (kleine Bluteiweiße/Plasmaproteine), die im Gefäßsystem das Wasser in den Gefäßen halten (sie sorgen für den kolloidosmotischen Druck). Aufgrund chronischer Leberschäden, Eiweißmangelernährung oder anderweitigem Albuminverlust, kann Wasser nicht in physiologischen Mengen im Gefäßsystem gehalten werden und tritt in das umliegende Gewebe über, was zu Ödemen (Wasseransammlungen) führt. 

Unter anderem kann sich Folgendes belastend auf die Leber auswirken: Viren, Bakterien, Medika­mente, Alkohol, Pestizide, Stress – hohe Adrenalinbelastung über längere Zeit, Fette, Öle, Schwer­metalle und Umweltgifte. Aber auch Emotionen wie Ängste, Wut, Mobbing, Kränkung, Kummer, Sorgen, können zur Leistungs­minderung der Leber beitragen. 

Darüber hinaus können auch Schilddrüsenunter- oder -überfunktion, Schlafstörungen, Hit­ze­­wallun­gen, Diabetes und Blut­zucker­schwankungen, unerklär­licher Bluthochdruck, hoher Cho­leste­rinspiegel, Hautreaktionen (wie Psoriasis, Ekzeme, Akne, Le­berflecken), Völlegefühl, Ver­stopfung und Reizdarm im Zusammenhang mit der Le­ber stehen. 

Das Organ hat im Inneren kei­ne Nervenfasern und tut somit nicht weh bei seinen Bemühungen Stoffe umzubauen oder abzubauen, die dem Körper nicht gut tun. Die Leber leidet stumm. Gott sei Dank ist sie sehr regenerati­onsfähig! Erst wenn sie sich bin­degewebig umgebaut hat, kann sie sich nicht mehr gut selber hel­fen und es kann sein, dass sie aufgibt. Dies hat in der Regel töd­liche Auswirkungen. Die Leber kann entlastet wer­den durch alkoholfreie, koffein­arme und stark fettreduzierte Ernährung sowie vegane, voll­wertige, pflanzliche Kost. Durch morgendliches Trinken von Zit­ronenwasser oder Staudenselle­riesaft – frisch zubereitet, pur und auf nüchternem Magen – kann man ihre Arbeit effektiv unter­stützen! 

Es ist die Leber, die das Le­ben erhält und sie trägt erheblich zum Wohlbefinden des Menschen bei. Es ist eines jeden eigene Entscheidung, ihr dazu beste Bedingungen zu schaffen.                                 

Roswitha Guggenbichler
(erschienen in Ausgabe 40, Juli 2019)

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