Entspannung durch Klangmassage

Mithilfe von Klangschalen kann bei Rückenschmerzen eine Tiefentspannung erreicht werden Mithilfe von Klangschalen kann bei Rückenschmerzen eine Tiefentspannung erreicht werden
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Unterstützung herkömmlicher Behandlungsmethoden bei Rückenbeschwerden

Die vielfältigen Herausforderungen in Beruf und Alltag lasten sprichwörtlich auf den Schultern, einseitige Bewegungsmuster oder Haltungsfehler kommen hinzu und der Rücken schmerzt. Die Ursachen für Rückenbeschwerden können sehr vielfältig sein und sollten in jedem Fall vorab medizinisch abgeklärt werden. Stress gilt als eine primäre Ursache für Rückenbeschwerden.

Die Klangmassage kann als ganzheitliche Entspannungsmethode eine ideale Möglichkeit der Prävention oder Unterstützung zu herkömmlichen Behandlungsmethoden sein, wie Klienten und Anwender immer wieder berichten. 

Die sanften Klangschwingungen lockern den Körper. Im Vergleich zu einer Massage wird bei einer Klangmassage nicht mit „äußerer“ Kraft“ gearbeitet, sondern mit ganz feinen Schwingungsimpulsen, die durch Klangschalen erzeugt werden. Diese lösen Resonanzen im Körper aus – er beginnt sozusagen von innen heraus zu schwingen. Dadurch können sich muskuläre Verspannungen lösen, die Durchblutung und der Lymphfluss werden angeregt und das den ganzen Körper durchziehende Fasziengewebe wird gelockert. Dies führt manchmal erstaunlich schnell ganz nebenbei zu einer Linderung von Schmerzen und zu einer allgemeinen Regeneration des Organismus. Diese sanfte Wirkweise unterstützt die körpereigene Bereitschaft der „Selbstheilung“, ohne Grenzen zu überschreiten oder zusätzliche Schmerzen zu verursachen. Hierin spiegelt sich auch eines der zentralen Prinzipien der Peter Hess-Klangmassage: Weniger ist mehr! 

Zu den Rückenbeschwerden gesellen sich manchmal weitere Symptome wie Schlafstörungen, Erschöpfungszustände, Resignation oder gar Depression. 

Das angenehme, schmerzfreie Erleben des Körpers während einer Klangmassage ist da ein willkommener Gegenpol. Meist wird innerhalb kürzester Zeit eine Tief­entspannung erreicht, wobei sich positive Gefühle wie Vertrauen, Geborgenheit und Zuversicht einstellen. Die mentale und körperliche Entspannung eröffnet den Weg zum „Loslassen“ und „Hinschauen“. Man könnte auch sagen, dass sich die Seele entfalten kann. Mit Hilfe der Klänge wird man bereit, nach innen zu schauen und kann wie von einer höheren Warte aus verstehen, was vielleicht „hinter“ Beschwerden steckt. 

Im Sinne einer Psychohygiene können Klangmassage oder Klangübungen zudem helfen, Stress verursachende Situationen oder Verhaltensweisen bewusst zu machen. Der erste Schritt, um die eigene Gesundheit zu stärken, Rückenbeschwerden vorzubeugen oder im Falle einer Erkrankung aktiv am Genesungsprozess mitzuwirken.

Immer mehr Physiotherapeuten nutzen die Klangmethoden komplementär zu klassischen Verfahren. Körperliche „Problem­zonen“ wie bewegungseingeschränkte Gelenke oder muskuläre Spannungserhöhungen verursachen oft Schmerzen und lassen manchmal therapeutische Behandlungen nur bedingt zu. Die vorbereitende Entspannung durch die Klänge kann hier im Vorfeld eine Lockerung ermöglichen und damit Schmerzen reduzieren, sodass anschließend die eigentliche Körpertherapie durchgeführt werden kann. Mit ihrer mechanisch sehr sanften, unterschwelligen Reizsetzung durch die feinen Klangschwingungen können die Klänge ebenso eine Alternative zu den manchmal aufgrund von Schmerzen nicht durchführbaren, tiefer wirkenden Massagegriffen darstellen. Auch nach der Behandlung können die Klänge durchblutungsfördernde und spannungssenkende Massagereize unterstützen. Eine „Neuordnung“ kann entstehen und das angenehme Körpergefühl wird durch die Klänge nachhaltig verankert. Gerade bei chronischen Schmerzpatienten kann das „nur Wohlfühlen“ während einer Klangmassage ein Schlüsselmoment im Genesungsprozess sein. 

(Quelle: Europ. Fachverband Klang-Massage-Therapie e.V.)

Helmut Tengler
(erschienen in Ausgabe 39, März 2019)

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