Die "Logik" der Erkrankung erkennen

Viele Kinder machen nach einer Erkrankung einen besonderen Entwicklungsschub Viele Kinder machen nach einer Erkrankung einen besonderen Entwicklungsschub
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Miasmatik als erweiterte Therapieform der Homöopathie

Das Wort Miasma wurde von dem Begründer der klassischen Homöopathie Samuel Hahnemann geprägt. Es kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie „Verunreinigung“, „Ansteckung“. Hahnemann erkannte, dass sich hinter einer Krankheit die eigentliche Krankheit, das nicht ausgeheilte „Ur-Übel“ versteckt. Eben das Miasma, das die Lebenskraft schwächt und chronische Erkrankungen überhaupt erst entstehen lässt.

Im Zentrum einer miasmatischen Behandlung steht die ursächliche Behandlung chronisch kranker Menschen. Die Basis bildet die Homöopathie, welche den chronisch Erkrankten kausal behandelt. Ein miasmatisch arbeitender Homöopath muss die „Logik“ innerer Erkrankungen, deren Organmanifestation sowie die „Idee“ dahinter erkennen.

Um sich ihrer Miasmen zu entledigen, erkranken viele Menschen an akuten Leiden. Allen voran die Kinderkrankheiten dienen dazu, mit miasmatischen Belastungen aufzuräumen. Viele Eltern haben schon die Erfahrung gemacht, dass ihre Sprösslinge nach einer Erkrankung einen besonderen Entwicklungsschub machen. Unterdrückungen (Cortison, Antbiotika, Impfungen) reizen latente Miasmen. Früher oder später erscheinen sekundäre Manifestationen als chronische Erkrankungen. 

Ein 18 Monate alter Junge verlor innerhalb einer Woche nach einer Mehrfachimpfung seine Sprechfähigkeit. Auch das Laufen wollte nicht mehr so recht funktionieren. Die Eltern erschienen einen Monat nach dem Auftreten der Symptome mit ihrem Sohn zu einer miasmatische Anamnese bei einer Heilpraktikerin. Das Kind reagierte kaum auf Ansprache, ein Augenkontakt mit ihm war nicht möglich. 

Zu einer ausführlichen Anam­nese gehören neben der Betrachtung der im Moment auftretenden Beschwerden auch eine Bestandsauf­nahme aller bisherigen Er­­kran­­kun­gen, sowie Angabe über die Einnahme von Antibiotika, Impfungen sowie eine Familienanamnese. Anhand dieser Informationen suchte die Theapeutin nach dem roten Faden, um die „Idee“ hinter der Erkrankung zu verstehen. Zwei Wochen nach der Einnahme des entsprechenden homöopathischen Mittels erhielt sie einen Anruf der Mutter des Jungen: Ihr Sohn spreche nun wieder wesentlich deutlicher. Nach sechs Wochen flitzte der Kleine besser denn je mit seinem Bobby Car durch die Gegend. Nach drei Monaten hatte er, laut Bericht der Eltern, einen richtigen Entwicklungsschub gemacht. Er war offener, lachte wieder, kommunizierte und interagierte mit seinen Eltern besser als zuvor.

So erschien eine 45jährige Patientin mit Hüftschmerzen in der Praxis einer Homöopathin. Die Symptome deuteten darauf hin, dass das homöopathische Präparat „Rhus-tox“ Hilfe bringen könne. Nach anfänglicher Besserung wurde die Dame drei Wochen später mit den gleichen Symptomen wieder vorstellig: Die Therapeutin hatte den kranken „Ast“ und nicht die erkrankte „Wurzel“ behandelt! Nach eingehender Anamnese stellte sich heraus, dass die Patientin seit der Pubertät immer wieder an Blasenentzündungen litt, welche meist mit Antibiotika behandelt wurden. Zwei Jahre zuvor wurde ein Ekzem auf der Haut mit einer Cortisonsalbe behandelt. Zu dieser Zeit begannen die Hüftschmerzen. 

Auch diese Dame erhielt nach ausführlicher Anamnese ein miasmatisch wirkendes Mittel. Nachdem über Monate hinweg Schicht für Schicht abgetragen wurde, alte Beschwerden wieder hochkamen, um dann gänzlich zu verschwinden, war sie nun befreit von ihren Schmerzen.

Auch die Neigung zu Erkrankungen wie Parkinson, Demenz, MS, Epilepsie wird oft bereits im Säuglings- oder Kindesalter gelegt. Das, was heute den Kindern an Positivem mitgegeben wird, genießen sie Jahrzehnte später durch stabile und robuste Gesundheit.      

Susanne Tille
(erschienen in Ausgabe 38, November 2018)

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