Urlaub für überreizte Augen

Unzählige Eindrücke werden täglich über das Auge aufgenommen Unzählige Eindrücke werden täglich über das Auge aufgenommen
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Klarer und wacher den Herausforderungen des Lebens begegnen

Der Mensch nimmt die Welt mit seinen Sinnen wahr: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken. Am dominantesten ist wohl die visuelle Wahrnehmung der Umwelt. Unzählige Bilder, Farben, Formen und Emotionen werden tagtäglich über die Augen aufgenommen. 

Das Sehorgan beansprucht rund ein Drittel der gesamten Energie, die während eines Arbeitstages vom ganzen Körper verbraucht wird. Benötigt wird ein Großteil  dieser Energie für die Anpassung des Auges an die Seh­entfernung, Anpassung an die Lichtverhältnisse und Einstellung der Sehschärfe. In der Natur gehen unterschiedliche Helligkeiten meistens fließend in einander über, so dass sich das Auge langsam anpassen kann. Bei der Arbeit am Computer dagegen erfolgt die Anpassung ruckartig. Ein ständiger Blickwechsel Bildschirm, Tastatur, Unterlagen erfordert eine rasche Hell-Dunkel Anpassung. Die Zahl der Blickwechsel liegt dabei zwischen 1500 und 3500 pro Stunde. Zusätzlich verbringt der Deutsche durchschnittlich noch 3,25 Stunden am Smartphone, ein weiterer Stressfaktor.

Auch alle Gefühle, die diese Eindrücke auslösen, müssen verarbeitet werden. Jeder erlebte Unfall, Schreck und Schock, die den ganzen Körper in ein kurzfristiges Erstarren bringen, in denen unbewusst der Atem angehalten wird, werden im Augenbereich gespeichert. 

Alle diese Einflüsse und Reize werden vom Auge weitergeleitet ans Gehirn, um dort verwertet und sortiert zu werden. Dafür benötigt das Gehirn Zeit und Ruhe. Ist eine solche Erholungsphase nicht gegeben, können die Einflüsse nicht verarbeitet werden. Diese Reizüberflutung kann im Körper Stress auslösen, Muskeln verkrampfen sich. So auch z.B. die  Augenringmuskulatur, die für die Linseneinstellung des Auges zuständig ist. Augenlider beginnen durch überreizte Nerven zu zucken. Auch Verspannungen im Nacken, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen können ein Zeichen überlasteter Augen sein.

Die Augenbalance-Technik kann Linderung bringen. Auf sanfte Art und Weise werden die Augenpartie, Stirn und Nacken entspannt. Der Therapeut / die Therapeutin löst durch gezielte Massagegriffe Nacken- und Stirn-Muskulatur. Eine wahre Wohltat, wenn durch sanfte Streichbewegungen die vom konzentrierten Sehen und „sich Gedanken machen“ gefaltete Stirn gelockert wird. Auch die Augenbrauen-Muskulatur bedarf der Lockerung, denn gerade  die mimische Muskulatur speichert viele nicht gelebte Energien. Die Augenringmuskulatur wird durch eine Klopf-Streich Massage befreit, so dass gespeicherte Erschöpfung abfließen kann. Die Tränendrüse und der Tränenkanal werden durch energetische Impulse gelöst, denn oftmals wurden Tränen im Leben nicht geweint, sondern unterdrückt. Angestaute Wut und Trauer darf endlich fließen und sanft aus dem Tränenkanal gespült werden. Durch gezielte Dehnimpulse werden die sechs Augenmuskeln nach der Reihe behutsam stimuliert. 

In dieser Entspannungsphase ist Zeit und Raum, um angestaute Eindrücke, unverarbeitete Emotionen den Körperzellen zu entlocken und wieder in Bewegung zu bringen. Ruhig und achtsam werden alle Massageimpulse gesetzt, denn der Augenbereich, das Tor zur Seele ist sensibel und empfindlich. Ganz dem Rhythmus des Patienten angepasst, kann die Behandlung erfolgen. So besteht die Möglichkeit, dass erlebte Eindrücke im Gehirn geordnet, verarbeitet und integriert werden. Muskeln und Nerven können dadurch entspannen. Die Lebensenergie fließt wieder freier durch den Körper. Die Augen können wieder klarer und wacher allen Herausforderungen des Lebens begegnen. Sie können wieder freier all die Schönheiten des Lebens wahrnehmen.    

Andrea Hauser
(erschienen in Ausgabe 37, Juli 2018)

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