Kindlicher Darm in der Entwicklung

Bauchschmerzen können bei Babys zu stundenlangen Schreiattacken führen Bauchschmerzen können bei Babys zu stundenlangen Schreiattacken führen
© Pixabay

Optimale Bedingungen im Bauch für optimalen Start ins Leben

Mit der Geburt erwacht der Baby-Darm erst richtig zum Leben. Bei einer natürlichen Entbindung übertragen sich die Darmbakterien der Mutter auf das Neugeborene. Deshalb ist eine ausgeglichene Darmflora der Mutter während Schwangerschaft und Stillzeit essentiell für eine gesunde Entwicklung des Kindes.

Was aber tun, wenn die werdende Mutter selbst keine optimal besiedelte Darmflora aufweisen kann? Vielleicht weil im Laufe ihres Lebens viele Antibiotikabehandlungen notwendig waren. Es kann auch sein, dass bei der Geburt der Mutter schon zu wenige Bakterien übertragen wurden. Dies alles und einiges mehr kann dann zur Folge haben, dass die Darmflora der Mutter ein großes Ungleichgewicht aufweist und somit das Baby auch nicht die so wichtigen Darmbakterien für einen optimalen Start ins Leben vererbt bekommt. Bei Kaiserschnittbabys fehlt das Heer an gutartigen Bakterien komplett, diese Babys starten mit den Bakterien des Arztes und des Gebärsaals.

Somit ist es dann auch keine Seltenheit, dass immer mehr Babys, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche täglich mit vielen Beschwerden konfrontiert sind. Ständige Bauchschmerzen können bei Babys zu stundenlangen Schreiattacken führen. Kopfschmerzen oder sogar schon Migräne führen bei älteren Kindern zu häufigen Fehltagen in der Schule. Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme stehen, treten nicht immer unmittelbar nach dem Essen auf, es können Stunden bis Tage vergehen. Diese Kinder sind geplagt von Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung. Außerdem ist bei Kindern mit unregelmäßiger Stuhlentleerung sehr oft ein Nährstoffdefizit zu beobachten. Durch die Schieflage im Darm leidet auch oftmals die kindliche Haut unter starker Trockenheit, Rötung und Juckreiz oder es liegt bereits eine Erkrankung wie Neurodermitis vor. Die Haut ist ein Spiegelbild des Darms. Teenager mit Akne klagen häufig über Probleme im Magen-Darm-Trakt, die oftmals von Sodbrennen und permanent leichter Übelkeit begleitet werden. 8 bis 10 Prozent der Heranwachsenden in Deutschland sind schon von  Asthmaerkrankungen betroffen. Bei 30 Prozent der erkrankten Kindern treten Asthmasymptome bereits im ersten Lebensjahr auf. Bei vielen Erkrankungen bekommen leider bereits Kinder unter fünf Jahren Medikamente wie z.B. Antibiotika, Cortison oder Asthmapräparate. Grundsätzlich entwickelt sich die kindliche Darmflora in mehreren Stufen und erst im Alter von ca. 5 Jahren ist sie stabilisiert. Durch den Einsatz von solchen Medikamenten wird die Darmschleimhaut immer wieder zusätzlich angegriffen und ihre natürliche Schutzfunktion noch mehr geschwächt.

Weitere schwerwiegende Folgen einer Darmfehlbesiedelung betreffen auch den Fettstoffwechsel. Übergewicht und Fettleibigkeit betreffen allein in Deutschland bis zu 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche. Außer einer stark eingeschränkten Leistungsfähigkeit durch zunehmende gesundheitliche Schwierigkeiten und seelischen Problemen stellt starkes Übergewicht auch einen ernsten Risikofaktor für das Auftreten von Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und Gefäßverkalkung dar.

Ein gut besiedelter Darm regelt Verdauung und Ernährung, bildet wichtige Hormone und nimmt über die Darmschleimhaut Nährstoffe und Wasser auf. Gleichzeitig schützt er vor Eindringlingen und Krankheitserregern. Wenn das Kind bereits eines der genannte Symptome zeigt, dann könnte eine gestörte Darmflora und/oder eine Darmschleimhautentzündung vorliegen. Durch eine Stuhlanalyse können Störungen erkannt und notwendige Maßnahmen eingeleitet werden. So kann man positiv eine gesunde Entwicklung der Darmflora des Kindes unterstützen.  

Marion Dandl
(erschienen in Ausgabe 37, Juli 2018)

Anzeigen