Älter werden ohne Darmprobleme

Im Laufe eines Lebens verarbeitet der Darm ca. 30 Tonnen Nahrung Im Laufe eines Lebens verarbeitet der Darm ca. 30 Tonnen Nahrung
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Größtes Organ des Menschen ist vielfältigen Belastungen ausgesetzt

Darmprobleme betreffen heutzutage immer mehr Menschen. Nicht selten stehen ballaststoffarme, fett- und kohlenhydratreiche Mahlzeiten auf dem Tisch. Eine Ernährung mit viel frischem Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Vollkornprodukten sind für die Vitalität und für eine gesunde Darmflora aber unerlässlich.

Doch viele ältere Menschen haben Probleme, diese Lebensmittel zu verdauen, weil Ihnen bereits die dafür notwendigen Helfer im Darm verloren gegangen sind.

Im Laufe eines Lebens werden rund 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit von über 500 Bakterienarten im menschlichen Darm verarbeitet. 80 Prozent aller Stoffwechselvorgänge im Körper werden von dem sensiblen Nervennetzwerk im Darm gesteuert. Billionen Bakterien übernehmen hierfür vielfältige Aufgaben u.a. bei der Nahrungsaufspaltung, -aufnahme und -ausscheidung. Der Verdauungstrakt beherbergt 100 Millionen Nervenzellen und wird daher auch als „Bauch-Hirn“ bezeichnet. Der Darm ist das größte Organ des Menschen und damit hat er auch die größte Kontaktfläche des Körpers zur Außenwelt.

Das physiologische Altern macht sich u. a. im Nachlassen der Nerven-, Herz-, Muskel-, und Lungenleistung bemerkbar und natürlich ist davon auch die gesamte Verdauung betroffen. Zusätzlicher Flüssigkeits- und Bewegungsmangel, Gebrechlichkeit, Mangelernährung sowie immer wieder ablaufende Entzündungsprozesse tragen erheblich zu einer negativen Veränderung der Darmflora bei. Auch eine reduzierte Darmbeweglichkeit durch neurologische Ursachen, z.B. bei Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Diabetes mellitus etc. erschweren den täglichen Verdauungsprozess.

Bei einer aus dem Gleichgewicht geratenen Darmflora sind bereits viele Bakterien abgestorben. Dadurch verringert sich auch die Dicke der Darmschleimschicht an der Darmoberfläche, was zu einem löchrigen Darm (Leaky Gut) führt. Alle mit der Nahrung und Flüssigkeit in den Körper gelangenden Fremdstoffe und Toxine werden nicht mehr einfach mit dem Stuhl ausgeschieden, sondern können ungehindert in die darunterliegenden Blut- und Nervenbahnen und damit in den Kreislauf eindringen. Auch die mehrfache tägliche Tabletteneinnahme (z.B. Blutdruck-, Cholesterin-, Magensäuresenker) und der vermehrte Einsatz von Schmerzmitteln, Cortison und Antibiotika schädigen die Darmflora zusätzlich. Betroffene klagen oft über Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Schlafprobleme, Depressionen, Gelenkschmerzen und vieles mehr. Durch das entstandene Ungleichgewicht können sich pathogene (krankmachende) Mikroorganismen ungehindert vermehren. Diese krankmachenden Bakterien, Viren, Pilze, Hefen und Parasiten schädigen den Darm und sind oft die Wurzel vieler Erkrankungen, u.a.: Autoimmunerkrankung, Allergien, Asthma, Übergewicht und Krebs. Das menschliche Immunsystem, das zu 80 Prozent im Darm verankert ist, wird geschwächt und kann den Organismus nicht mehr wirkungsvoll vor eindringenden Krankheitserregern schützen.

Die im Darm auftretenden, mit der Verdauung zusammenhängenden Probleme darf man nicht vernachlässigen, weil sie langfristig zu schweren Krankheiten führen können. Darmprobleme können zwar in jedem Lebensabschnitt auftreten, aber mit zunehmendem Alter nimmt nachweislich die Artenvielfalt und die Anzahl der Darmbakterien ab, was unweigerlich zu veränderten Verdauungsprozessen führt.

Deshalb ist es gut zu wissen, dass durch die Untersuchung einer Stuhlprobe die Verhältnisse im Darm sehr exakt ausgewertet werden können und anschließend mit den vorliegenden Ergebnissen ein ganz persönliches Darmsanierungsprogramm starten kann.            

Marion Dandl
(erschienen in Ausgabe 36, März 2018)

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