Ein Spaziergang im Frühling

Im Frühling erquickt frisches Wachstum das Auge Im Frühling erquickt frisches Wachstum das Auge
Pixabay

Neuen Schwung tanken in der erwachenden Natur

Kaum eine Jahreszeit wird sehnlicher herbeigewünscht, wie der Frühling. Selbst leidenschaftliche Winterliebhaber kommen an den Punkt, an denen die Sehnsucht nach der wärmeren Jahreszeit sie packt. Nach Kälte, Nässe und Dunkelheit lechzt man förmlich nach Wärme, Farben und Licht. 

Der Frühling bringt in der Natur nach einer Phase der Ruhe und Stagnation ein großes Erwachen, dem wir uns anschließen können. Das geht ganz leicht mit Spaziergängen in der erwachenden Natur.

Feste Schuhe sind in dieser Jahreszeit noch nötig. Oft ist der Boden auf Feld- und Waldwegen noch matschig vom getauten Schnee oder vom Frühlingsregen. Auch auf warme Kleidung kann man nicht verzichten. Verlässt man sonnengeflutete Ebenen und kommt in ein Waldstück, gerät man in deutlich kältere Luft. Dünne Schichten Kleidung übereinander getragen, der bekannte Zwiebellook, ist also optimal. So kann man den Spaziergang genießen, ohne zu schwitzen oder zu frieren. Wer sich ganz auf die Natur einlassen will, schaltet das Handy lautlos. Denn es gibt Vieles zu sehen, zu hören und zu riechen, von dem man sich nicht ablenken lassen sollte. Allein das Atmen ist ein Genuss. Die Kälte, die sich förmlich in Nase und Rachen beißt, ist vorbei. Warme Luft, die nach den Pflanzen des zeitigen Frühjahrs duftet, strömt in die Lungen und macht leichtfüßiges Wandern möglich. Auch das Mehr an Sonne und Licht tut gut und sorgt für ein Stimmungshoch. 

Bei einem Spaziergang durch Wald und Wiese erquickt das frische Wachstum das Auge. Nie mehr später im Jahr ist das Grün der Pflanzen so leuchtend und frisch. Wer mag und die Pflanzen kennt, kann jetzt die ersten Sprossen und Pflänzchen für einen Frühlingssalat einsammeln und hat damit gleich etwas, auf das sich der Gaumen freut. Dabei sollte aber immer nur so viel mitgenommen werden, wie man wirklich verbraucht. Und geschützte Pflanzen müssen unangetastet bleiben. 

Viele zarte Blüten erfreuen nicht nur das Auge, sondern auch zahlreiche Insekten. Nach dem langen Winter sammeln viele von ihnen Nektar und Pollen, um ihre jetzt aufwachsende Brut gut zu versorgen. Wer aufmerksam durch die Welt geht, wird überall Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten sehen, die rege sind und ganz offensichtlich wie der Mensch das Frühjahr genießen. 

Wer Frühaufsteher ist, oder vor der Arbeit noch ein wenig Kraft in der Natur schöpfen möchte, kann sich auf ein besonderes Spektakel freuen. Gerade in den Morgenstunden sind sie besonders aktiv: Unzählige Vögel geben kostenlos ein Konzert. Das tun sie natürlich nicht für die Menschen. Sie sind aktiv auf der Suche nach einem Partner und versuchen ihn mit wunderbarem Gesang anzulocken. Man darf aber gerne Nutznießer sein und sich an dem quirligen Zwitschern erfreuen. Gleiches gilt, wenn man es mag, für die Froschkonzerte am Morgen und am Abend. Auch sie hat die Natur erdacht, um Froschpaare zusammen zu führen. Dennoch darf man sich auch als Mensch daran freuen. 

Lebensfreude strömt förmlich in unsere Körper in dieser wunderbaren, erwachenden Natur. Alles ist emsig und lebendig. Diese Zeit ist viel zu schön, um sie nicht so oft wie möglich für einen Spaziergang zu nutzen. Das gilt auch für Regentage, die der Natur so viel Kraft geben. Mit allen Sinnen aufmerksam durch diese neu erwachende Natur zu schlendern, gibt genauso gut Kraft für den neuen Tag, wie auch Ruhe für einen entspannten Abend. So oft wie möglich sollte das genutzt werden. Das Frühjahr geht schnell in den atemlosen Sommer voller Aktivität über. Jetzt ist die beste Zeit für aufbauenden Genuss und um neuen Schwung zu tanken.        

Conny Mittermeyer
(erschienen in Ausgabe 42, März 2020)

Anzeigen