"Maja" braucht Hilfe

Bienen sorgen dafür, dass Pflanzen bestäubt werden Bienen sorgen dafür, dass Pflanzen bestäubt werden
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Wertvolle Arbeit der Bienen verdient Unterstützung durch den Menschen

Jeder kennt sie, die Metapher vom fleißigen Bienchen. Und sie kommt nicht von ungefähr. Dreieinhalb Mal um die Erde – diese Strecke müsste eine einzelne Biene zurücklegen, um ein Pfund Honig zu sammeln. Und nicht nur den köstlichen Nektar liefern die Honigbienen. Auch Propolis und Pollen sammeln sie vom Frühjahr bis zum Herbst ohne Unterlass.

Nebenbei produzieren sie feinstes Bienenwachs. Der Mensch nutzt es z.B. für die Herstellung von Kosmetika und natürlich für herrlich duftende Kerzen.

Am wertvollsten aber ist etwas ganz anderes für den Menschen: Die Bienen, und dazu zählen auch die zahlreichen Wildbienenarten, sorgen dafür, dass Pflanzen bestäubt werden, so dass genug Nahrungsmittel zur Verfügung stehen. Allein für Deutschland wird der jährliche wirtschaftliche Nutzen der Bestäubung auf zwei Milliarden Euro geschätzt.

Doch immer häufiger liest und hört man in den Medien Berichte über das Insektensterben, das natürlich auch die Honigbiene und ihre wilden Verwandten nicht verschont. Die Ursachen sind vielfältig. An dieser Stelle geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Verantwortung. Deshalb ist die gute Nachricht: Jeder kann etwas zur Insektenrettung beitragen.

Als Konsument sollte man kritisch bei der Auswahl der Produkte sein. So ist es sinnvoll, biologisch angebaute Lebensmittel aus der Region zu kaufen. Auch Honig sollte man natürlich bevorzugt bei einem heimischen Imker erwerben, denn damit unterstützt man ihn bei seiner Arbeit zum Erhalt der Honigbiene. Dieser Honig verwöhnt die Geschmacksknospen zudem deutlich mehr, als der gemischte Honig, den man im Supermarkt erhält.

Wer einen Garten sein Eigen nennt, sollte auf den Einsatz von Giften verzichten. Es gibt gute Produkte, die ohne Chemie auskommen. Oft reichen sogar Hausmittel. Es gibt Bücher zum Thema, oder man informiert sich bei Naturschutzverbänden oder im Internet. Wer Wildbienen eine Heimat bieten will, gibt ihnen ein Insektenhotel. Leider werden oft welche angeboten, die sich nicht eignen, weswegen man auch hier vorab Informationen einholen sollte.

Gartenbesitzer können zudem auch dazu beitragen, dass die sechsbeinigen Freunde immer genug an Nahrung vorfinden. Dabei ist Blüte nicht gleich Blüte. Wichtig zu wissen ist, dass F1-Hybriden und pollenfrei gezüchtete Blumen die Bienen verhungern lassen. Verzichten sollte man zugunsten der Bestäuber auch auf gefüllte Blüten. An ihren Nektar kommen die Tiere nicht heran. Beim Kauf von Pflanzen fragt man nach bienen- oder insektenfreundlichen Blumen, Sträuchern oder Bäumen.

Eine Pflanze gibt es, die nicht gepflückt, sondern ausgerissen wird: Das Indische Springkraut, das sich großflächig über unsere heimische Flora ausbreitet. Das Springkraut verdient ein besonderes Augenmerk, da es sich zwar invasiv ausbreitet. Aber genau deshalb stellt es im Spätsommer und im Herbst oft großflächig eine der wenigen Futterquellen für viele Insekten dar. Es auszureißen ist also nur dann sinnvoll, wenn gleichzeitig eine Renaturierung erfolgt, die das Überleben der Bestäuberinsekten sichert.

Wenn man es genau betrachtet, dann ist Bienenrettung eine wunderbare Sache, auch für die Menschen. Denn Bienenrettung bedeutet, sich mit duftenden, farbenfrohen Blüten in einem giftfreien Garten zu umgeben. So lassen sich wunderbare Stunden dort verbringen. Es bringt viel Freude, wenn man sehen kann, wie vielen Bienen und Schmetterlingen man einen Lebensraum geschaffen hat, denn so kann man sie auch regelmäßig beobachten. Platz für ein bisschen Bienenrettung ist übrigens auch auf dem kleinsten Balkon.

Conny Mittermeyer
(erschienen in Ausgabe 36, März 2018)

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