Intuitives Wissen der Tiere

Katzen und Hunde scheinen über einen "7. Sinn" zu verfügen Katzen und Hunde scheinen über einen "7. Sinn" zu verfügen
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Verblüffende Fähigkeiten verstandesmäßig nicht erklärbar

Bis heute geben viele Verhaltensweisen der Tiere große Rätsel auf und oft scheint es so, als ob die Mitgeschöpfe tatsächlich den sogenannten „7. Sinn“ besitzen. Wie könnte man sich sonst so manche Vorahnung der vierbeinigen Freunde erklären?

Dass Tiere z.B. Erdbeben oder Flutwellen vorausahnen können, ist bekannt. Es läßt sich immer wieder beobachten, dass sie plötzlich Fluchtverhalten zeigen, lange bevor sich solche Katastrophen ereignen. Aber da sind noch andere Phänomene, die den Menschen zum Staunen bringen können: Da gibt es z.B. den Hund, der geraume Zeit bevor sein Herrchen nach Hause kommt, bereits freudig an der Haustüre wartet – und dies auch, wenn der Tierbesitzer zu unterschiedlichen Zeiten nach Hause  kommt. Es wurde sogar in einem Versuch beobachtet, dass Tiere, die sehr eng mit ihrem Besitzer verbunden sind, sich zur Haustüre begeben, sobald sich der Mensch auf den Heimweg macht – auch viele Kilometer entfernt! Bei manchen Tier-Mensch-Beziehungen reicht oft allein der Gedanke des Menschen, um das Tier zu einer Handlung zu bewegen! Oder da ist ein z.B. anderer Hund, der sein Frauchen regelrecht bedrängt, die Parkbank zu verlassen. Die Frau gibt dem Drängen nach – wenig später bricht ein großer Ast vom Baum und begräbt den Ruheplatz unter sich. Auch vor anderen Gefahren können Tiere den Menschen bewahren: Wenn ein Pferd sich z.B. strikt dagegen wehrt, mit seinem Reiter über einen Steg zu gehen, weil es bereits im Vorfeld weiss, daß dieser morsch ist und das Gewicht nicht tragen wird!

Auch Katzen können viele Dinge vorausahnen. Wenn sie während der Urlaubszeit bei Freunden oder in einer Tierpension untergebracht sind, zeigen sie oft am Tag der Heimreise ihrer Menschen freudige Aufregung – und das, obwohl die Besitzer noch viele hundert Kilometer entfernt sind! Oft läßt sich auch beobachten, dass Tiere es spüren, wenn ein Mensch oder ein tierischer Freund, der ihnen sehr nahe steht, in der Ferne in Gefahr ist. Die Vierbeiner zeigen plötzlich ohne ersichtlichen Grund ruheloses und manchmal fast panikartiges Verhalten.

Noch ein außergewöhnliches Verhalten gibt der Wissenschaft Rätsel auf: Küken, die in unterschiedlichen Räumen untergebracht waren, bekamen Futter in verschieden farbigen Behältern angeboten. Nach einiger Zeit wurde bei den Tieren in einem Raum nur noch in den Behältern einer Farbe gutes Futter angeboten, während sich in den  anderen keine schmackhafte Nahrung befand. Interessanterweise begaben sich nun auch die Küken im zweiten Raum nur noch zum Behälter mit der Farbe, in dem bei den Nachbarn gutes Futter gereicht wurde.  

Nun stellt sich die Frage, wie die Tiere zu solchen Vorahnungen oder gar Gedankenübertragungen kommen. Einige Dinge lassen sich durch den ausgeprägten Geruchssinn erklären, aber vieles andere bleibt ein Rätsel. Wie kann z.B. der treue Hund das viele Kilometer entfernt Grab seines Besitzers finden, wenn er dort zuvor noch nie war – der Geruchsinn scheidet hier zumindest aus. Es scheint, als ob Tiere durch „irgendetwas“ auf bevorstehende Ereignisse, Gefahren oder sonstige Dinge aufmerksam gemacht werden. 

Es fällt dem Menschen oft nicht leicht zu akzeptieren, dass Tiere in manchen Bereichen einfach ein besseres Gespür haben und intuitiv fühlen können. Wenn sie Gefahren und andere Dinge bereits im Vorfeld erahnen, zeigen sie dies oft sehr eindringlich. Dabei wäre es oft hilfreich, auf die Verhaltensweisen der Mitgeschöpfe zu achten, denn manches, das unerklärlich erscheint, hat meist einen tiefen Sinn! Man sollte lernen, Hunde, Katzen usw. aufmerksam zu beobachten und sonderbare Verhaltensweisen ernst zu nehmen. Wie oft schon hat ein Tier ein Menschenleben dadurch gerettet!  

Margit Fuchsreiter
(erschienen in Ausgabe 35, November 2017)

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