Frieden durch Naturverbindung

Der Frieden in der Natur kann tief in die Zellen eindringen Der Frieden in der Natur kann tief in die Zellen eindringen
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Draußen in Wald und Flur kann der Mensch zurück zur Harmonie finden

Die Anforderungen im Alltag werden zunehmend größer, die Zeiten der Entspannung immer kürzer. Die Menschen sind immer gereizter, die Kommunikation wird aggressiver. An Begriffe wie Stress, Burnout, Mobbing, hat man sich schon fast gewöhnt. 

Doch was ist passiert? Wieso ist das in der „modernen“ Kultur deutlich mehr zu beobachten, als bei Völkern, die weniger von dieser Zivilisation beeinflusst sind?

Viele Menschen spüren, dass ihnen etwas fehlt und halten sich in ihrer Freizeit in der Natur auf. Das kann der Garten sein, eine Wanderung, ein Spaziergang am See. Und es ist auffallend, dass immer mehr Menschen in die Natur gehen, um vom Alltag abzuschalten, um dort Kraft zu tanken, um sich aufzuladen. Wer mit einer bestimmten Haltung in den Naturraum eintritt, kann noch mehr in die Harmonie und den Frieden eintauchen. Gerade nach der langen dunklen Winterzeit sind die ersten Sonnenstrahlen und die Gesänge der Vögel wie ein Lockruf der Natur. Durch Öffnen der Sinne wird es möglich, die Naturverbindung zu stärken. Der Weg dorthin kann beim nächsten Spaziergang gleich ausprobiert werden. Wenn man nicht zu einer bestimmten Zeit am Ziel ankommen möchte, sollte man dort innehalten und verweilen, wo es einen förmlich hin zieht. Es ist oft zu beobachten, dass Spaziergänger sich Geschichten erzählen. Das ist ein wertvoller Austausch und viele Ideen sind bei Spaziergängen in der Natur den Menschen gekommen. Wer jedoch auftanken möchte, der versuche mal eine längere Strecke zu schweigen und der Natur zu lauschen, den Wind zu spüren, die Sonnenstrahlen auf der Haut. Über die sinnliche Wahrnehmung kann der Frieden in der Natur tief in die Zellen eindringen. Wer dann noch eine Pause an einem Baum, am Ufer oder an einer exponierten Stelle mit Aussicht einlegt und dort verweilt um die Eindrücke in sich aufzunehmen, der speichert diese Harmonie im gesamten Körper, weil alle Sinne daran beteiligt sind.

Das „Zentrum für Gesundheit“ berichtet erst kürzlich, das japanische Forscher die positive Wirkung des Waldes auf die Gesundheit entdeckt haben. So sind sie nun dabei, Outdoor-Kliniken, also Therapiezentren im Wald zu errichten. „Wir wurden so geschaffen, dass wir in eine natürliche Umgebung passen“, fasste Yoshifumi Miyazaki – Japans führender Wissenschaftler im Bereich der Waldmedizin – seine Erkenntnisse zusammen. „Wenn wir uns inmitten der Natur aufhalten, werden unsere Körper wieder zu dem, was sie einmal waren.“

Wie ist es möglich, diese Harmonie in den Alltag zu integrieren? Die Voraussetzung dafür, den inneren Frieden zu finden, hat der Aufenthalt in der Natur wieder geschaffen. Es ist wie eine Rückverbindung an das Urbedürfnis nach Frieden und Harmonie, das als Grundstimmung in der Natur vorherrscht. Wer diesen inneren Frieden durch seine Worte in sein Umfeld bringt, sendet automatisch eine entspannte Stimmung aus und wird Frieden ernten. Bei den Irokesen im Nordosten der USA ist dies eine der Grundregeln im Zusammenleben. Sie wählen im Gespräch die besten Worte, die möglich sind. Das schafft eine besondere Atmosphäre und wirkt wie Magie. Es ist sozusagen die Nahrung für ein harmonisches Umfeld. Die weitere Zutat für den Friedenscocktail heißt Einigkeit – das scheint in der „modernen“ Kultur unmöglich. 

Doch genau da, wo es einen Menschen gibt, der mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, keimt bereits die Disharmonie. Es dauert länger, bis sich alle einig sind, als bei einer Mehrheitsentscheidung, doch die Harmonie, die dann erreicht ist, währt länger, als der Prozess gedauert hat, um Konsens zu finden.                   

Dirk Schröder
(erschienen in Ausgabe 33, März 2017)

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