Die Energie des Sommers

Räuchermischungen aus Sommerkräutern können selbst gefertigt werden Räuchermischungen aus Sommerkräutern können selbst gefertigt werden
Foto: Vielhauer

Energetisches Räuchern im keltischen Jahreskreis

Die Kräuterernte im keltischen Jahreskreis beginnt traditionell Anfang August und endet zum Vollmond im August. Mit dem Schnitterinnenfest „Lugnasad“ am Monatsanfang ist die pure Fülle in der Natur vorhanden. Alle Pflanzen haben sich um diese Jahreszeit prächtig entwickelt und ihre volle Größe erreicht. 

Die Fülle ist in der Natur überall sichtbar und spürbar. Danach gehen die Heilkräfte der Pflanzen in die Samenbildung über und später ziehen sich die Säfte in die Wurzeln zurück. Wenn die Heilkräuter zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden, bleibt die höchstmögliche Heilkraft im Kraut erhalten.

Garten-, Heil- und Räucherkräuter werden morgens, nach dem Abtrocknen des Morgentaus geerntet, so bleiben wertvolle ätherische Öle in der Pflanze enthalten. Die geernteten Kräuter werden gebündelt, mit Naturbast zu einem Kräuterstrauss zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, trockenen Platz im Haus getrocknet. Nach etwa 3 Wochen sind die Kräuter durchgetrocknet und können weiterverarbeitet werden zu aromatischen Räuchermischungen, Heilkräutertees, Kräuterkissen usw.

Ein Leben im Jahreskreis ist ein Leben im Einklang mit Mutter Erde und der Natur. Die Natur zeigt zu jeder Jahreszeit genau, was es zu tun gibt, oder ob es Zeit ist, zu rasten. Wenn das Leben im Jahreskreis ausgerichtet ist, zeigt sich nun auch die Fülle im Leben: Wie außen – so innen, wie innen – so außen.

Jetzt ist die richtige Zeit, Entscheidungen zu treffen, sich abzugrenzen, wo es nicht mehr paßt. Wie mit der Sichel der Schnitterinnen, die die reifen Ähren und Pflanzen ernten, sollten jetzt im Leben alte Zöpfe und Glaubensmuster abgeschnitten werden, die gelebt und erledigt sind, so daß alles bereinigt wird und im nächsten Jahr viel Neues ins Leben treten darf, genauso wie im nächsten Jahr viele neue Pflanzen in der Natur wachsen werden.

So werden jetzt alle Kräuter und Pflanzen sowie Früchte, Beeren und Gemüse in der Natur geerntet und verarbeitet, so daß alle Heilkräfte und Lebensmittel über den Winter zur Verfügung stehen, bis die Ernte im nächsten Jahr reif ist.

Ein heilkräftiger, traditioneller Kräuterstrauss aus den typischen sogenannten Frauenpflanzen besteht aus: Königskerze, Kornähre, Rose, Ringelblume, Kamille, Johanniskraut, Schafgarbe, Melisse, Minze, Rosmarin, Frauenmantel, Rainfarn und Beifuß. Dieser Kräuterstrauß ist eine vielseitig, einsetzbare Naturapotheke.

Traditionell können die geernteten Kräuter am Lagerfeuer geweiht und erst dann getrocknet, aufgehängt und anschließend weiterverarbeitet werden. Hierbei werden auch die allerletzten Kräuter vom Vorjahr im Ritual endgültig verbrannt. Diese haben ihren Dienst getan, die neue Ernte ist da und voller Heilkraft. So kann Altes abgeschnitten werden, so daß Neues im Leben Raum bekommt.

Eine beliebte Räuchermischung zu Lugnasad/Schnitterinnenfest besteht aus Lavendel, Rosenblüten, Thymian, Johanniskraut, Schafgarbe, Süßgras (Mariengras), Beifuß, Mädesüßkraut, Ysop, Eisenkraut und 100 % naturreinem Weihrauch aus Somalia. Diese ist gebrauchsfertig im Handel erhältlich und kann auf einem kleinen Räucherofen, der mit einem Edelstahlsieb und einem Bio-Teelicht betrieben wird, mit einem wunderbar aromatischen Duft in Wohnräumen verräuchert werden, um die volle Heilkraft des Sommers auch in der Wohnung und im Haus zu spüren, zu riechen und zu erleben. Diese Räuchermischung kann jedoch auch in den Wintermonaten oder in der dunklen Zeit verräuchert werden, um diese mit den lichten Kräften der Heilkräuter des Sommers zu erleuchten und zu aromatisieren. Mit diesem Duft zieht eine Energie des Sommers, der Sonne und ein wunderbares lichtes Wohlgefühl in die Räume ein.           

Gerda Maria Vielhauer
(erschienen in Ausgabe 31, Juli 2016)

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