Spiritualität als Ressource

Der Reinkarnationsgedanke findet sich seit Jahrtausenden z. B. im Buddhismus Der Reinkarnationsgedanke findet sich seit Jahrtausenden z. B. im Buddhismus
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Rückführungstherapie kann wieder Zugang zu eigenen inneren Kraftquellen ermöglichen

Der Reinkarnationsgedanke – wir haben nicht nur dieses eine Leben mit diesem physischen Körper, sondern viele Leben in verschiedenen Körpern – und die daraus entwickelte Reinkarnationstherapie kann Erklärungen liefern für die oft schmerzlichen, schwierigen Situationen und scheinbar unlösbaren Probleme, vor die manche Menschen im Leben gestellt werden.

Der Reinkarnationsgedanke existiert heute in den Weltreligionen Hinduismus und Buddhismus, denen insgesamt etwa 1,5 Milliarden Menschen angehören. Er bewegt die Menschen schon seit Jahrtausenden. Früher war diese Weltsicht in allen Religionen vorhanden. Schon in den alten hinduistischen Texten, den Veden und den Upanishaden, konnte man konkrete Hinweise darauf finden. Auch im Christentum gab es bis zum Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) den Reinkarnationsgedanken. Von Pythagoras über Platon, von Lessing, Goethe über Heinrich Heine bis Rudolf Steiner – um nur einige bekannte Größen zu nennen – finden sich Vertreter dieser Anschauung. Die bekannten Autoren Rüdiger Dahlke und Thorwald Dethlefsen befassen sich aktuell mit der Thematik. Einsichten in die Zusammenhänge fördern tiefes Verstehen, Wandlungsmöglichkeiten und Integration. Sie können Ressourcen frei setzen und dadurch Frieden und Heilung bringen.

Aus diesem Weltbild hat sich ein Therapieverfahren entwickelt. Bekannt geworden ist es in den 60er bis 80er Jahren besonders durch amerikanische Mediziner und Therapeuten. Man hat festgestellt, daß Probleme, störende Verhaltensmuster, Symptome, Beziehungsproblematiken und was sonst noch alles auf den Menschen einwirken kann, nicht nur aus dem „hier und jetzt“, aus der Kindheit oder aus dem Familiensystem stammen müssen, sondern auch auf frühere Leben zurück geführt werden können. Diese Anteile aus früheren Inkarnationen – für manche sind es auch einfach nur „alte Erinnerungen“, wenn die Weltsicht entsprechend anders ist – können mit gewissen, einfachen Entspannungstechniken bewusst gemacht, anerkannt, gewürdigt, versöhnt und in Heilung gebracht werden. 

Dazu versetzt der Rückführende den Klienten oder die Klientin nach einem Vorgespräch in eine leichte Trance. Diese kann z. B. durch Hypnose oder durch holotrophe Atmung erzeugt werden, in manchen Fällen auch durch Meditation. Manche Menschen können sich auch selbst in Trance versetzen, ohne dass solche Techniken angewendet werden. Ziel ist in jedem Fall, mit dem Unbewussten auf der Seelenebene in Kontakt zu kommen. Hierbei tauchen Bilder auf, durch die der Therapeut den Klienten begleitet. Der Vorgang wird unterschiedlich erlebt. Visuelle Menschen sehen viele Bilder, andere Menschen widerum erleben intensive Gefühle. Ein Nachgespräch dient dazu, ein besseres Verständnis für das in der Trance Erlebte zu bekommen und das Wahrgenommene im Alltagsbewusstsein zu verankern.

Die Reinkarnationstherapie bietet die Möglichkeit, nicht nur die Bühne des aktuellen Lebens zu sehen, sondern auch hinter die Kulissen zu schauen. Sie kann aufzeigen, was hinter dem äußeren Leben auf spiritueller Ebene ursächlich steht. So werden oft Auslöser von Krankheitssymptomen, Verhaltensmustern und Hemmnissen sichtbar. Es besteht die Möglichkeit, Lebensmuster zu erkennen, diese und somit sein Leben zu verändern, zu heilen und in Liebe, Glück, Freude und Leichtigkeit zu leben. 

Schulmedizinisch wird dieses Verfahren in Deutschland – im Gegensatz zu den USA – nicht angewendet. Alternativmedizinisch bietet diese Ebene, wo der Mensch auch Zugang zu seinen innewohnenden Ressourcen – den inneren Kraftquellen, die jeder Mensch hat – findet, gerade in der heutigen turbulenten Zeit einen Halt und eine Quelle für Heilung, Wachstum und Liebe.         

Daniela Weigle
(erschienen in Ausgabe 29, November 2015)

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