Die Kraft des Mantras

Die Silbe "Om" bildet ein kraftvolles Mantra Die Silbe "Om" bildet ein kraftvolles Mantra
Foto: Reithmaier

Lebensfreude und Gesundheit durch Wort und Klang

Seit Jahrtausenden werden Mantras in den mythischen Tradi­tionen des Ostens zur Vitalisierung benutzt, sie helfen klar ge­fass­te Absichten zu verwirklichen und inneren Frieden zu erreichen. Auch körperliche, emotionale und geistige Un­gleich­gewichte können sich harmonisieren durch die Rezitation von Mantras.

So finden wir Mantras aber nicht nur in den Veden, den heiligen Schriften des alten Indiens sondern auch in vielen anderen Traditionen und Religionen der Menschheit. Schon seit mehr als zwei Jahrtausenden benutzt man heilige Worte auch im Christen- und Judentum. Im Buddhismus, im Sufismus, in der altchinesischen Weltsicht, bei den indianischen Schamanen und den Ur­einwohnern Australiens ist die heilende Kraft des gesungenen Wor­tes ebenso schon seit langem bekannt. Der japanische Wasser­forscher Masaru Emoto machte die Kraft des Wortes sichtbar, indem er Wasser z. B. vor und nach einem Gebet als Wasserkristalle fotografierte.

In der altindischen Sprache Sans­krit setzt sich „Mantra“ zusammen aus den beiden Wurzeln „man“ und „tra“.  „Man“ bedeutet „denken, verweilen, nach­sinnen“. Die Silbe „tra“ steht für „hinübersetzen, befreien, retten“. Folglich ist ein Mantra „das was Dich rettet, wenn Du oft darüber meditierst, nachsinnst, verweilst.“

Jeder Gottesname, jedes Ge­bet, jedes Gotteslied ist ein Man­tra, bzw. kann ein Mantra werden. Es kommt auf die ständige Wie­derholung desselben an, geflüstert, gesprochen, gesungen oder innerlich rezitiert. So kann ein Mantra ein einsilbiges Wort, ein mehrsilbiges Wort, ein Satz oder ein mehrzeiliges Lied (Ge­bet) sein. Hier eine kleine Aus­wahl: „OM“ (der Schöpfungs­ton/Veden), „Om mani padme hum“ (buddhistisches Mantra für Mit­gefühl), „Om Namah Shivaya“ (hinduistisch: Herr, Dein Wille geschehe), „Gott“, „Halleluja“, „Jesus Christus“ oder das Beten des Ro­senkranzes.
Wie wirkt ein Mantra? Zum einen ist hier die Macht des Klangs hervorzuheben, die in vielen Schöp­­fungsgeschichten der Welt beschrieben wird, wie auch im Christentum: „Im Anfang war das Wort …“ (Johannesevangelium) „… und das Wort ist Fleisch geworden“ (Angelusgebet). Das Wort, der Klang als Schöpfer von Neuem. Ein bewusstes Einsetzen und Rezitieren von Mantras kann somit eine deutliche Veränderung im Leben hervorrufen. Die Neuro­wissenschaft hat dies mittlerweile bestätigt. So stimulieren Mantras die Nervenzentren im Gaumen und im Schädel, diese werden zu elektrisch-chemischen Botschaf­ten umgewandelt und wirken u. a. mittels Endorphinen und Seroto­ninen, den sogenannten Glücks­hormonen, positiv auf Körper und  Psyche. Zudem regulieren und stabilisieren sich durch den Rhyth­­­mus der Mantras die Kör­per­rhyth­men, wie Herzschlag und Atem.  Ein beruhigter Atem senkt die Gehirnstromwellen, was zur Folge hat, dass der Körper sich entspannt und ein angenehmes Ge­fühl von Wohlbefinden und Frie­den entstehen kann. Zum anderen wirken Mantras auch stark auf unser Energiesystem. Die Ener­gie­zentren, auch Chakren genannt, können „klingendes Licht tanken“, sich „stimmen“ und dadurch harmonisieren. Beson­ders wirkungsvoll sind die Man­tras, wenn sie aus einer Inspi­ration, einer Begeisterung, einer Freude heraus gesungen bzw. rezitiert werden, denn inspirierte Klänge erzeugen inspirierte Ge­danken, Gefühle und Taten. Ge­sungene Mantras wirken deswegen noch intensiver, da Singen die emotionalen Zentren im Gehirn öffnet und dadurch der Zugang zu Emo­tionen leichter möglich ist.

Mantras können somit wertvolle Wegbegleiter sein. Werden sie in klarer Absicht auf die ge­wünsch­te Veränderung und in Freude gesungen, immer und immer wieder wiederholt,  können sich Tore öffnen, Wege zum Posi­tiven wandeln und sich Glück, Gesundheit und Erfolg auf allen Ebenen einstellen. Probieren Sie es aus!            

Amithra Helga Reithmaier
(erschienen in Ausgabe 17, März 2012)

 

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