Grundstein für eine schöne Geburt

Bereits während der Schwangerschaft kann der Grundstein für eine schöne Geburt gelegt werden Bereits während der Schwangerschaft kann der Grundstein für eine schöne Geburt gelegt werden
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Unterbewusste Ängste auflösen und emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind stärken

Immer mehr rückt die Erforschung des Geburtserlebnisses sowie die Prägung im Mutterleib in den Fokus der Wissenschaft. Dr. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen sagt: „Wenn wir auf die Welt kommen haben wir den wichtigsten Teil unseres Lebens bereits hinter uns!“ 

Er veröffentlichte bereits zahlreiche Publikationen auf dem Gebiet der Hirnforschung und wie sich die Gegebenheiten während Schwangerschaft und Geburt auf die menschliche Hirnentwicklung und das gesamte Leben auswirken.

Das Alter des anatomisch modernen Menschen kann auf ca. 40.000 Jahre geschätzt werden. Dies entspricht im Durchschnitt ca. 2.000 Generationen. Und seit je her laufen Geburten so ab wie jetzt – von der Natur und Evolution bestmöglich entwickelt, um das Überleben der Art zu gewährleisten. 

Gemäß dem physiologischen Gesetz werden alle natürlichen und normalen Funktionen des Körpers ohne Gefahr oder Schmerz erlangt. Eine Geburt ist für gesunde Frauen, die gesunde Kinder austragen, eine natürliche und normale Funktion. Demnach ist sie sicher für Mutter und Kind und bedarf in der Regel keiner Hilfe oder Interventionen. 

Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation WHO sind 15 Prozent aller Geburten medizinisch notwendige Kaiserschnitte, um Mutter oder/und Kind nicht zu gefährden. Der aktuelle Bundesdurchschnitt liegt jedoch mit 32 Prozent weit höher. 

Warum erleben so viele Frauen die Geburt als negatives oder gar traumatisches Geschehen? Und warum enden sehr häufig die Geburten in einem Kaiserschnitt? Die tief in der westlichen Kultur verankerte, oft unbewusste Angst vor der Geburt bewirkt im Körper der Frau eine folgenreiche Reaktion. Durch die stressbedingte Stimulation des vegetativen Nervensystems werden Unmengen an Adrenalin (Stresshormon) ausgeschüttet. Dies erhöht Puls und Blutdruck und der Großteil des Blutes wird in das Herz und die Skelettmuskulatur gepumpt. Alle Organe, die in dieser Stresssituation nicht unmittelbar fürs Überleben wichtig sind, werden weitest gehend von der Blutversorgung abgeschnitten. Dazu gehört auch die Gebärmutter! Somit sinkt die Durchblutung der Gebärmutter auf ein Minimum und damit auch die Sauerstoffversorgung des Kindes. Dieses in der Medizin bekannte Angst-Spannungs-Schmerz-Syndrom führt zu starken Wehenschmerzen und setzt das Baby unter großen Geburtsstress. Des weiteren ist das Kind über die Plazenta mit der Mutter verbunden. Schüttet der mütterliche Körper während der Schwangerschaft oder Geburt Stresshormone wie Cortison oder Adrenalin aus, gelangen diese über die Plazenta auch zum Kind. 

Und dies kann für das Kind lebenslange negative Folgen haben. In einer Studie des Max-Plank-Institutes für Psychiatrie in München entdeckten die Forscher, dass frühkindlicher Stress tiefe Spuren auf den Gehirnen hinterlässt und somit zeitlebens das Risiko für Angsterkrankungen und Depressionen programmiert. Dies geschieht durch Anlagerung chemischer Atomverbindungen – sogenannter Methylgruppen – an der Erbsubstanz, der DNA, die wie ein Schalter die Aktivität von Genen für immer verändern.

Die schamanische Weisheit „so wie die Geburt war, so wird Dein ganzes Leben“ ist aufgrund aktueller Studienlage wissenschaftlich belegter Fakt!

Vorbeugung ist die beste Therapie: Durch das gezielte Auflösen unterbewusster Ängste z. B. mit Hypnosetherapie sowie die Stärkung der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind kann bereits während der Schwangerschaft der Grundstein für eine schöne Geburt und eine gesunde Gehirnentwicklung des Kindes gelegt werden.    

Tamara Mauerberger
(erschienen in Ausgabe 35, November 2017)

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