Das Netz der Kapillaren

Das Herz schlägt ca. 100.000mal am Tag Das Herz schlägt ca. 100.000mal am Tag
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Unterstützung der Mikrozirkulation im Körper kann Befinden positiv beeinflussen

Der Körper ist durchzogen von kleinsten Adern, den so genannten Haargefäßen oder Kapillaren. Sie machen ungefähr drei Viertel aller Gefäße im Körper aus und sind dafür verantwortlich, dass der Stoffwechsel funktioniert und damit wichtige Nährstoffe und genügend Sauerstoff in jede Zelle des Organismus transportiert sowie Abfallprodukte abtransportiert werden.

Diese Kapillaren werden deshalb in der Medizin als „Hauptstraße der Gesundheit“ bezeichnet. Den Blutfluss durch diese Gefäße nennt man Mikrozirkulation. Der Vorgang versorgt im menschlichen Körper ca. 80 Billionen Zellen. Hier umfassen die kleinen Blutgefäße – zusammengerechnet – eine Fläche von ca. 7.000 qm und würden aneinandergelegt eine Strecke ergeben, die zweieinhalbmal um die Erde reicht. Es ist also vorstellbar, dass Störungen in ihrer Funktion Auslöser vielschichtiger gesundheitlicher Probleme sein können. So beschreiben medizinische Lehrbücher ca. 45.000 Krankheiten. Für einen Großteil davon ist eine gestörte Mikrozirkulation mit ursächlich. Es sollen beispielsweise 30 Prozent aller Herzinfarkte darauf zurückzuführen sein.

Das Herz pumpt am Tag bei 100.000 Schlägen ca. 8.000 Liter, bei Anstrengung bis zu 25.000 Liter Blut. Dabei fließt sauerstoffreiches Blut über die Hauptschlagader vom Herzen weg durch die Arterien, welche sich immer weiter in die Kapillaren verzweigen. Hier bewegt sich der „Lebenssaft“ nur noch mit geringer Geschwindigkeit. Damit die lebenswichtige Versorgung der Zellen trotzdem gewährleistet ist, verfügt der Körper über einen Steuerungsmechanismus, welcher das Herz bei seiner Arbeit unterstützt. Dieser regelt autonom den Blutfluss: Durch autorythmisches Ausdehnen und Zusammenziehen der Gefäßmuskulatur wird dabei die Weite der Haargefäße reguliert und damit Blutdruck und Strömungsgeschwindigkeit des Blutes beeinflusst. Dieser Vorgang erfolgt im gesunden Körper ca. 6mal in der Minute und wird als „Vasomotion“ bezeichnet.

Hierzu erfolgte ein alternativmedizinischer Denkansatz: Wenn es möglich wäre, den Körper gezielt bei der Mikrozirkulation zu unterstützen und die Zellen durch Unterstützung der Vasomotion besser zu versorgen, könnte man auf körperliche Beeinträchtigungen gezielt Einfluss nehmen. Viele Menschen fühlen sich schlapp und antriebslos, oft deshalb, weil den Zellen die notwendige Energie fehlt. Nach körperlicher Anstrengung regeneriert sich bei ihnen die Muskulatur schlechter, das Immunsystem arbeitet nicht mit voller Kraft, die Anfälligkeit für manche Krankheiten steigt. Und im Gehirn kann sich gestörte Mikrozirkulation durch nachlassende Gedächtnis- oder Konzentrationsfähigkeit bemerkbar machen. Es erscheint also angezeigt, die Durchblutung zu verbessern. Jedoch bietet die Pharmakologie heute noch kein Präparat, welches gezielt die Mikrozirkulation beeinflusst. 

Eine auf Aussendung elektromagnetischer Impulse basierende Therapie-Methode nimmt jedoch für sich in Anspruch, genau dieses zu bewirken. Die so genannte „Bio Elektro Magnetische Energie Regulation“ – kurz „BEMER“ – stimuliert die Gefäße dabei über ein spezifisches Signal, welches von einem zertifizierten Medizingerät erzeugt wird. Kon­traindikationen sind bei dieser Methode der physikalischen Gefäßtherapie nicht bekannt. 

Das Verfahren ist schulmedizinisch nicht anerkannt, wird jedoch von manchen Ärzten und Heilpraktikern komplementärmedizinisch angewendet. Hierzu gibt es positive Erfahrungsberichte.

Physikalische Gefäßtherapie wird verschiedentlich auch zur Behandlung von Pferden als Alternative zu herkömmlichen Therapien eingesetzt. Hierbei wurden ebenfalls gute Erfahrungen gemacht, z. B. bei der Förderung der Regeneration der Muskulatur oder auch bei Unterstützung der Genesung nach Verletzungen.

Ingrid Schuhegger
(erschienen in Ausgabe 34, Juli 2017)

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