Ausdruck des Lebens

Sich Sorgen machen und Grübeln bringt den Stirnmuskel in Spannung Sich Sorgen machen und Grübeln bringt den Stirnmuskel in Spannung
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Positive Beeinflussung mimischer Muskulatur durch Behandlung der Gesichtsreflexzonen 

Das Aussehen ist Ausdruck des Lebens. „Dein Gesicht spricht Bände“ oder „gezeichnet vom Leben“ zu sein, sind Redewendungen des Alltags und bergen viel Wahrheit in sich. Schmerzen, Schicksalsschläge, Überforderung verändern das Aussehen. Doch warum?

Unzählige Eindrücke und Erlebnisse gilt es täglich zu verarbeiten. Dazu bedarf es Zeit und ausreichend Ruhe. Fehlt diese, können Impulse nicht eingeordnet werden. Erste Anzeichen der Unruhe und Erschöpfung können sich bemerkbar machen. Ereignen sich zudem noch Schicksalsschläge oder Unfälle, so setzt oftmals erst der Überlebenstrieb ein und verschiebt diese Ereignisse auf die körperliche Ebene. Stress, Angst und Überforderung können so zu muskulären Verspannungen führen. Muskeln und Organe speichern vorerst Gefühle der Trauer, Wut und Erschöpfung. Durch diese Erstmaßnahme ist es möglich im Alltag weiterhin zu funktionieren und handlungsfähig zu bleiben. 

Die mimische Muskulatur drückt am meisten die Stimmung und die Lebenseinstellung aus. So kann zum Beispiel gerade ein Schockerlebnis diese Muskeln zum Erstarren bringen und das Aussehen maskenhaft machen. Viele visuelle Reize können die Augenringmuskulatur verkrampfen lassen. Unterdrückte Tränen und Wut können sich auf die Muskeln um Mund, Kinn und Nacken auswirken. Ständiges sich Sorgen machen und Grübeln bringt den Stirnmuskel in Spannung und verursacht Kopfschmerzen. Die Kiefermuskulatur stellt eine wichtige Gruppe dar und speichert emotionalen Stress. Sich durchbeißen zu müssen, Probleme immer wiederzukauen, sind prägende Herausforderungen die den Kieferbereich in Spannung versetzen und nächtliches Zähneknirschen, Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich und Hüftprobleme verursachen können. So schlummern allerlei Erlebnisse, angefangen von der schweren Geburt bis zum Verlust geliebter Menschen im Körper, sicher verwahrt und konserviert, um zur rechten Zeit angesehen und wieder frei gelassen zu werden.

Ein achtsamer Weg diese Geschehnisse dem Körper wieder zu entlocken stellt die Gesichtsreflexzonentherapie nach Stephan Heinz dar. Auf sanfte Weise wird die mimische Muskulatur mit den Fingern wieder befreit, gerade bei Migräne und chronischer Schmerzen entspannt sich dabei der Gesichtsausdruck wieder. Das Gesicht wirkt frischer, offener und weicher. Mit einer Faszien-Technik wird die Kiefermuskulatur gelockert. Ruhig und langsam, ganz dem Rhythmus des Patienten angepasst, gleitet die Therapeutin / der Therapeut achtsam mit den Händen ins Gewebe, denn es sind viele Geschichten, die genau hier festsitzen. Behutsam möchten diese das Gewebe verlassen. Jetzt ist Zeit und Raum den Kieferbereich endlich wieder auszubalancieren, die Schmerzrezeptoren zu leeren. Eine Wohltat ist die anschließende Meridian-Massage. Sorgsam wird der oftmals überreizte Gallenblasenmeridian durch diese Massage gedehnt und wieder ins Fließen gebracht. Mit der Craniobalance lassen sich nun blockierte Schädelnähte und Knochen befreien. Angesammelter Druck kommt wieder ins Fließen, ein Gefühl von Weite breitet sich aus. Immer wieder lässt die Therapeutin / der Therapeut  den Kopf des Patienten sanft in die Hände gleiten und hält inne. Im Gefühl des Gehalten seins lässt sich vieles leichter ordnen und loslassen. Zum Abschluss der Behandlung hat sich eine tibetische Gesichtsmassage bewährt. Sie harmonisiert die Körperhälften und das Gehirn, zentriert und schenkt Kraft. 

So stellt die Gesichtsreflexzonentherapie eine Möglichkeit dar, um den Körper wie ein Geschichtenbuch zu öffnen. Erlebnisse werden Stück für Stück herausgeholt, angesehen und oftmals nach langer Zeit zu Ende erzählt und abgeschlossen. Die Lebensenergie kann wieder frei fließen und schenkt Kraft, ein Leben in Leichtigkeit und Freude zu leben.                      

 

Andrea Hauser
(erschienen in Ausgabe 33, März 2017)

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