Natur statt "chemischer Keule"

Kräuter aus dem Eimer schmecken einfach gut ... Kräuter aus dem Eimer schmecken einfach gut ...
Foto: Schuhegger

Komplementärmedizinische Behandlungsweisen im Einsatz für die Tiergesundheit

Chemie und Synthetik sind in den letzten 40 Jahren an die Stelle der Natur getreten. Immer mehr natürliche Elemente wurden durch synthetisch hergestellte Stoffe ersetzt. Somit müssen sich auch Haustiere mit der Chemie auseinandersetzen, die von der Natur aus nie so vorgesehen war. Wie z. B. synthetische Futterzusätze, Medikamente, Wurmkuren, Spot Ons, Zusätze in den Impfstoffen, wie Quecksilber und Aluminium, Pestizide, Pilzgifte usw. ...

Viele dieser Gifte werden tagtäglich von den Vierbeinern aufgenommen und irgendwann sind die Entgiftungsorgane Leber und Niere völlig überfordert und können Ihre Aufgabe nicht mehr normal erfüllen. Der Körper sucht nun nach Auswegen, um die Gifte unschädlich zu machen. Ein Teil davon wird eingelagert, vor allem im Bindegewebe, in Sehnen und Bändern, Knorpelgewebe und besonders unter der Haut. Oft der Anfang einer Krankheitskarriere, da dies in vielen Fällen nicht erkannt wird. Die Leber leidet still, sie leistet Schwerstarbeit ohne Schmerzen, oft hilft auch keine Blutuntersuchung. Viel eher sind Symptome zur Diagnose geeignet: starker Eigengeruch, Juckreiz, Ekzeme, Hot Spot, angebliche Allergien, chronische Ohr- und Bindehautentzündungen, Milben und Pilzbefall, um nur die häufigsten bei Hunde und Katzen zu nennen. Bei Pferden kann es zu ungeklärten Lahmheiten, Ekzemen, Hufrehe, Darmproblemen (insbesondere Kotwasser) und Koliken, chronischem Husten, Mauke, Strahlfäule und vermehrter Stressanfälligkeit kommen. Auch bei therapieresistenten Fällen sollte an eine Überlastung der Entgiftungsorgane gedacht werden. 

Alle Stoffe, ob natürlich oder chemisch, müssen die Leber passieren. Hier werden sie erkannt, umgebaut, abgebaut oder an andere Stoffe gebunden um sie ausscheiden zu können. Nährstoffe werden freigegeben, giftige Stoffe werden mit der Gallenflüssigkeit über den Darm oder über die Nieren ausgeleitet. Diesen Entgiftungsprozess muss man in der heutigen Zeit unterstützen, indem man die Leber stimuliert, die Regeneration fördert und die Nieren anregt. Gleichzeitig muss man dafür sorgen, dass die Giftstoffe, welche über die Gallenflüssigkeit ausgeschieden werden, im Darm gebunden werden, so dass sich der Körper nicht immer wieder erneut mit den selben Stoffen vergiftet.  

Pferde z. B. mussten sich schon immer mit natürlichen Pilzgiften, welches im Gras vorkommen, auseinandersetzen. Und was haben die Pferde getan um sich davor zu schützen? Sie haben lehmige Erden – Wald- oder Moorerde mit Huminsäuren – gefressen. Wenn sie könnten, würden sie das immer noch tun, nur die meisten Pferde haben dazu keine Gelegenheit mehr. Die Naturheilkunde aber hat hierzu viele Möglichkeiten mit verschiedenen Kräutern, Heilerden und homöopatischen Mittel die Entgiftungsorgane zu unterstützen, die Ausleitung zu fördern und giftige Stoffe im Darm zu binden. Auch gegen Parasiten (außen und innen) sind Kräuter gewachsen, man muss nicht sofort zur chemischen Keule greifen. Um überhaupt festzustellen ob Darmwürmer vorhanden sind, ist eine Kotuntersuchung im Labor sehr hilfreich. 

Mit Verstand und Herz sollte jeder Tierbesitzer die Verantwortung für sein Tier übernehmen. Das Sprichwort „Nicht alles ist Gold was glänzt“ sollte man z. B. auf Dinge anwenden, die im Handel angeboten werden. Hier muss man hinterfragen, „was ist wirklich gut für mein Tier“. Die täglichen Gifte meiden, das fängt bei der Ernährung an. In vielen Futtermitteln ist viel Stärke und Zucker enthalten, das ist weder für Hund und Katze noch für das Pferd gut. Auch die artgerechte Haltung ist ein wichtiger Baustein für die Gesundheit. Und natürlich viel Liebe und Zeit, die man seinem Tier geben sollte.                                           

Ingrid Schuhegger
(erschienen in Ausgabe 30, März 2016)

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