Treue Begleiter und Helfer

Für Kinder spielt ein Vierbeiner in der Familie eine große Rolle zur Sozialisierung Für Kinder spielt ein Vierbeiner in der Familie eine große Rolle zur Sozialisierung
Foto: Leitner

Hunde für eine bessere Lebensqualität und als Retter in Notsituationen

Viele Hunde leben in Familien, um das Leben froher, bunter und lustiger zu gestalten. Gerade für Kinder spielt ein Vierbeiner in der Familie eine große Rolle zur Sozialisierung und lehrt Verantwortungsbewusstsein. 

So manchem Rentner ist der Hund ein treuer Begleiter und verhilft alleinstehenden Menschen dazu, sich zu bewegen, raus zu gehen in die schöne Natur. Dies natürlich nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei Wind und Wetter. Hunde sind eine tolle Unterstützung, dass der Mensch fit bleibt.

Im Bereich der Unterstützung für blinde Menschen und zur Tiergestützten Therapie für traumatisierte Menschen sind Hunde als Helfer nicht weg zu denken. Die Leistung, die diese speziell ausgebildeten Hunde für ihren Menschen oder sogar für mehrere Menschen in besonderen Einrichtungen erbringen, ist großartig.

Für Notsituationen wie Lawinenunglücke oder Vermisstensuche am Berg, in Trümmerfeldern oder in der Wasserrettung braucht man ganz besondere Hunde, bzw. ganz besondere Mensch-Hund Teams mit einer Umfangreichen und sehr diffizilen Ausbildung. Hier, wie in jeder anderen Sparte der Hundeausbildung muss die Beziehung und letztendlich die Bindung vom Hund zum Hundeführer in absolutem Vordergrund stehen. Diese Basis muss sich das Team als erstes aufbauen, um überhaupt lernen zu können und später die gewünschte Leistung zu erbringen. Grundsätzlich ist es glücklicher Weise so, dass Hunden ihre „Arbeit“ nicht aufgezwungen werden muss, sondern dass sie froh sind, etwas tun zu dürfen. Das liegt in der Natur dieser Vierbeiner. Schließlich stammt der Hund vom Wolf ab, und dieser muss eine enorme Leistung erbringen, um an Futter zu kommen. Nichts desto trotz weiß man aus der Wolfsforschung bekannter Wissenschaftler, dass Wölfe nicht nur enorm leistungsfähig sind, wenn es darum geht Beute zu erlegen, sondern dass diese Tiere wahre Talente des Spiels sind, und zwar des freien, körperlichen Spiels. Sie lassen sich Hügel hinunterrollen, nur um des guten Gefühls wegen, Spaß zu haben.

Dieses Wissen kann man somit auf ganz natürliche Weise für die Hundeausbildung nutzen. Das Ziel sollte nicht ein Hund sein, der arbeiten muss, sondern ein Hund der spielen darf. Dann wird ein Hund erfolgreich sein, und seine Leistung jederzeit in hoher Qualität abrufen können. Jeder kennt den Unterschied zwischen arbeiten müssen und spielen (etwas Schönes tun) dürfen. Das lässt sich im Training sehr gut umsetzen, wenn man sich die Basis dafür gut aufbaut, wenn man dem Hund immer das Gefühl gibt, er muss es nicht tun, sondern er darf, und wenn er es gut macht, darf er sogar wieder und wieder. Somit wird er immer für sein Spiel, seine Arbeit belohnt. Es lässt deutlich erkennen, dass in der Herangehensweise der Ausbildung zum Suchhund und z.B. zum Agilityhund grundsätzlich kein Unterschied bestehen soll. Der Grund dafür ist, dass ein Hund immer noch ein Hund bleibt und keine Maschine wird für irgendeine Art von Sport oder den Diensteinsatz. Die Triebigkeit eines Hundes ist sozusagen Voraussetzung um erfolgreich zu sein. Nun ist dies keine große Schwierigkeit, denn das liegt einem Hund in den Genen. Es kommt nur darauf an, was der Mensch daraus macht. Wenn man darüber einmal tiefer nachdenkt, entsteht ein gewisses Handicap zwischen einem leistungsorientierten, triebigen Hund und der klassischen Unterordnung. Dabei kommt es auf die Balance und den zeitlichen Aufbau des Trainings an. Alles zu seiner Zeit und in angebrachtem Maß. Aber: Wozu sollte die Unterordnung das Ziel einer Hundeausbildung sein, wenn eine Einordnung in das Team Mensch-Hund möglich ist!            

Heidi Leitner
(erschienen in Ausgabe 33, März 2017)

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