"Schnitzeljagd" mit Hund

Mensch-Hund-Teams messen sich im spielerischen Wettkampf Mensch-Hund-Teams messen sich im spielerischen Wettkampf
Foto: Leitner

Rally Obedience bringt Spaß für Mensch und Vierbeiner

Die relativ junge Sportart aus den USA ist eine Kombination aus Parcours und Obedience. Getreu dem Motto, die Mischung macht‘s! Agility (deutsch: Beweglichkeit), welches eine sehr schnelle Sportart ist, ist nicht für jeden Hund und auch nicht für jeden Hundehalter geeignet. Hier kommt sehr viel Belastung auf die Gelenke und auch der Hundehalter sollte doch über einige sportliche Fitness verfügen. 

Zudem ist es so, dass die meisten Vereine, die Agility anbieten, dies auf Wettkampf-Basis praktizieren, und deshalb auch eine Begleithundeprüfung absolviert werden muss, um am Agility Training teilzunehmen. 

Obedience (deutsch: Gehorsam) ist eine Art der Gehorsamsübung, die man wettkampfmäßig ausführen kann. Man erarbeitet Lektionen, die einen sehr hohen Gehorsams-Anspruch an den Hund haben. Hierbei ist im Vergleich zum Agility relativ wenig Dynamik gefragt, als vielmehr Präzision auf den Punkt. 

Nun kommt die Rally Obedience ins Spiel, die von beidem etwas bietet, und somit für „just for fun“ Hundefreunde bestens geeignet ist. Rally Obedience ist für jeden Hundehalter geeignet, der Freude daran hat, sich mit seinem Hund auf eine sinnvolle und spielerische Art und Weise zu bewegen. Sogar für Menschen mit Handicap, z.B. Rollstuhlfahrer, ist dieser Sport geeignet. Selbst Kinder können sich hierbei schon mit ihren Hunden vergnügen und die Beziehung aufbauen. Auch für fast alle Hunde ist die R.O. eine geeignete Sportart. Alter und Rasse sind hier völlig egal. Auch Senior-Hunde und sogar Hunde mit Handicap können teilnehmen. Da dieser Sport sehr vielfältig ist, kann sich jeder in seinem speziellen Talent fördern. Der eine ist besser im Fuß-gehen, dafür ist der andere vielleicht besser im schnellen Slalomlaufen. Somit können sich viele unterschiedliche Mensch-Hund-Teams in einem spielerischen Wettkampf miteinander messen. Gemessen wird die Zeit, aber auch Punkte bei jeder Station, die die Präzision der Ausführung der jeweiligen Übung beurteilen. Rally Obedience bringt in der Gruppe eine riesige Freude und man kann sich viel von den anderen Teams abschauen, und ggfs. bei sich selbst verbessern. Im Vordergrund steht aber immer der Spaß etwas mit seinem Hund geschafft zu haben. 

Es funktioniert wie eine Schnitzeljagd, die möglichst schnell und präzise absolviert werden soll. Jede Station wird über Schilder vorgegeben, auf denen Angaben sind für Übungen und in welche Richtung es nach der jeweiligen Station weiter geht. So sind klassische Sitz-, Platz- und Steh-Kommandos zur absolvieren, aber auch Slalom und Spiralen um Pylonen u.v.m. So gibt es beispielsweise ein Schild mit der Anweisung „3 Minuten Sitz“ dann im 90°-Winkel  weiter nach links. Das wunderbare an diesem Sport ist, dass die Kommunikation und die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Mensch-Hund-Team im Vordergrund stehen. Im Gegensatz zu anderen Hundesportarten darf der Hund jederzeit angesprochen werden. Ein großer Wert wird auf Körpersprache gelegt. Sogar anfeuern über in die Hände oder auf die Beine klatschen ist erlaubt, ja sogar erwünscht. Auch Leckerli sind erlaubt. Bei den Kommandos wird Wert auf eine positiv klingende Stimme gelegt. Das einzige was unerwünscht ist, und zu Punktabzug führt, ist ein korrigierendes Kommando. 

So ein Rally Obedience Parcours kann natürlich in sehr unterschiedlich anspruchsvollen Varianten aufgebaut werden. Somit kann er immer an den Leistungsstand der jeweiligen Übungsgruppe angepasst werden. Mit Anfängern z.B. wird niemand ein Station mit 3 Minuten Sitz machen sondern nur ein einfaches Sitz. Mensch-Hund-Teams deren Beziehung noch nicht so gefestigt ist, dass der Hund beim Hundehalter bleibt, können den R.O. Parcours auch an der Leine absolvieren.                                               

Heidi Leitner
(erschienen in Ausgabe 31, Juli 2016)

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