Delfine der Anden

Alpakas sind außergewöhnliche Tiere mit einem liebevollen Wesen Alpakas sind außergewöhnliche Tiere mit einem liebevollen Wesen
Foto: Privat

Eine besondere Art von Haustieren vermittelt positive Ausstrahlung und Harmonie

Immer mehr Menschen begeistern sich hierzulande für Alpakas, eine Tierart, die ursprünglich in Südamerika heimisch war. In den Medien finden sich zunehmend Berichte über diese außergewöhnlichen Tiere mit dem liebevollen Wesen. Die „Neuweltkameliden“ werden besonders in den Anden, beispielsweise in Peru, Chile und Bolivien, seit Jahrtausenden als Haustiere gehalten.

Man unterscheidet zwei Rassen: die langhaarigen Suri-Alpakas und die wolligeren Huacaya-Alpakas, die fast wie Plüschtiere aussehen. Das Vlies dieser Tiere durften bei den Inkas nur die Herrscher nutzen, die Suri-Alpakas waren sogar grundsätzlich nur den Herrschern vorbehalten. Gewebte Alpakastoffe hatten einen sehr hohen Wert. Manchmal werden Alpakas auch mit Lamas verwechselt, Lamas sind jedoch erheblich größer und schwerer. Sie wurden in ihren Heimatländern als Lasttiere genutzt und können beim Trekking auch Gepäck tragen. Alpakas sind von der ärmeren Bevölkerung der Anden wegen ihres Fleisches und wegen der besonders wärmenden Wolle gehalten worden, erst etwa in den letzten 20 - 25 Jahren wurde die Zucht, wie sie in der heutigen Zeit betrieben wird, entwickelt. In Europa wurden in den letzten 15 Jahren durch sehr gute Zuchterfolge besonders wertvolle und schöne Tiere mit korrektem Körperbau, guter Gesundheit und besonders feiner Wolle hervorgebracht. Das kostbare Vlies der Tiere wird vermarktet, ebenso wie zahlreiche Produkte daraus. Als Fleischlieferanten werden Alpakas in unseren Breitengraden nicht genutzt. Nach Schätzungen beträgt der Bestand in Deutschland zur Zeit etwa 2000 Tiere.

Alpakas sind Herdentiere, sie dürfen niemals alleine gehalten werden. Zwei Tiere sind auch noch zu wenig, erst drei Tiere kann man eine kleine Herde nennen, dann erst können sie sich wohlfühlen. Die hökerlosen Kleinkamele sind einfühlsam, intelligent und neugierig. Wegen ihrer sanften Wesensart werden sie auch mit großem Erfolg in der Tiergestützten Therapie eingesetzt. Dabei fördern sie bei Erwachsenen und Kindern das ganzheitliche Lernen, die innere Ruhe, Wohlbefinden und Heilung. Auch Senioren, Behinderte und hilfsbedürftige Kinder profitieren im Umgang mit den Alpakas von deren besonderem Wesen. Aber auch für Wanderungen mit der ganzen Familie werden sie eingesetzt. Eine solche Alpaka-Wanderung ist für alle Jungen und Jung-Gebliebenen eine aufregende Angelegenheit. Alpakas werden wegen ihres freundlichen, verspielten Wesens oft auch als „Delphine der Anden“ oder „Delphine der Weide“ bezeichnet. Alpaka-Wanderungen können Ähnliches bewirken wie das Schwimmen mit Delphinen: Sie helfen dabei, negative Gefühle besser zu überwinden und neue positive Energie zu gewinnen. 

Mit den Kleinkamelen umzugehen ist gar nicht so einfach, denn zieht man am Halfter des Alpakas, dann bleibt das Tier entweder stehen oder es zieht ebenfalls, jedoch meist in die andere Richtung! Um den Umgang mit diesen lustigen und friedfertigen Tieren zu erlernen, kann man beispielsweise gemeinsam einen kurzen Hindernisparcours absolvieren. Danach dürfen sie von den Teilnehmern am Halfter geführt werden. Durch das Wandern mit diesen besonderen Tieren kann die Hektik des Alltags losgelassen werden, viele Menschen berichten, dass sie danach richtig zur Ruhe gekommen sind.

Von Alpakas geht eine ganz besondere Ausstrahlung und Harmonie aus, sie scheinen „aus einer anderen Welt“ zu kommen. So wird im Umgang mit den Tieren auf einer feineren Ebene das Selbstbewusstsein, die Verbindung zum eigenen Selbst und die Naturverbundenheit des Menschen gestärkt. Ängste können abgebaut werden und der Mensch erfährt Entspannung und Freude.                     

Christa Bader
(erschienen in Ausgabe 28, Juli 2015)

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