Wunschbild idealer Schlaf

Vergnügteres Leben durch idealen Schlaf Vergnügteres Leben durch idealen Schlaf
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Ungestörte Nachtruhe als Quelle der Schönheit und Tiefenmotor für die Vitalität

Die neue „Volksseuche“ in Deutschland sind Ein- und Durchschlafstörungen. 42 Prozent der Bevölkerung leiden unter aktiven Schlafstörungen. Nur wenige Menschen tun das Richtige dagegen, für viele ist es sogar die Tabukrankheit schlechthin, über die man gar nicht spricht. 

Dabei ist nervöser Schlaf bereits eine Störung. Gefragt sind vielmehr tiefer Schlaf und „seliger Schlummer“. Es gibt zu wenig Fachärzte – Oneirologen – für dieses Problem.

Dem normalen Schlaf kommt man verstandesgemäß nicht auf die Spur. Er ist intuitiv und individuell gespeichert und gesteuert. Er ist eher ein Thema und Intimproblem der persönlichen Lebenshaltung und Ernährung, was genau hinterfragt werden sollte. Dazu aber hat kein Arzt mehr die notwendige Zeit. Der ideale Schlaf aber ist eine Quelle der äußeren Erscheinung, der Tiefenmotor der Vitalität und ein Garant für ein leid- und schmerzfreies Altern. Die auffällige und zunehmende Beschleunigung des Lebenstempos, die Nervosität, die Hast und Eile, die Hetze und das Multitasking, die unterschiedlichsten Anstrengungen möglichst alles auf einmal – also gleichzeitig – zu erledigen, der Flimmer-Konsum am PC – vornehmlich abends – und die Dauer-Handy-Benutzung zeigen verheerende Einflüsse auf den Schlaf und fördern seine Zerstörung. Die Schlafdauer pro Durchschnittsnacht ist erheblich weniger geworden und weiter im Sinkflug! Das ist bedrohlich!

Jeder fünfte Patient klagt bei seinem Hausarzt, wenn er die Zeit dafür hat und nichts Dringenderes ansteht, was schmerzt, über Schlafstörungen – und bekommt auch Hilfe über Medikamente, über Schlaf- und Beruhigungsmittel aus den Silos der Pharmazie, die millionenfach diese Tranquilizer ausliefert! Dies kann aber auch tragisch werden bei Dauerschluckern – Suchtgefahr droht! Jedoch ist es ist ein Bombengeschäft für die Chemie. Das nicht ohne Auswirkungen bleiben wird … Wieviel Schlaf braucht der Mensch denn überhaupt in einer normalen Nacht? Das ist völlig unterschiedlich, aber bereits genetisch kodiert. Wir kennen die „Lerchen“, also Frühschläfer, und die „Eulen“, die Nachtschläfer, was jedoch keine eindeutige Qualitätsaussage darstellt. Der Schlafbedarf schwankt zwischen fünf und achteinhalb  Stunden bei Erwachsenen. Das mittägliche „Napsarium“ von rund 40 Minuten mittags nach dem Essen, das sich genau in den täglichen Arbeitsrhythrnus einklinkt, spielt hierbei eine ganz besondere Rolle!

Es ist Zeit, dem weit verbreiteten, tückischen Leiden der Schlafstörungen endlich ein Ende zu setzen. Es macht aus der Nacht eine Hölle. Jede zweite Frau und jeder vierte Mann in Deutschland zergrübeln mit steigender Tendenz ihre Nächte, wachen morgens hundemüde und abgeschlagen auf und nicken mehrfach am Tage ein. Sogar am Steuer ihres Autos! Auslösende Ursachen sind steigender Berufsstress und familiäre Belastungen, Zukunftsängste und Sorgen, Kinder, Verlust des Arbeitsplatzes, Einsamkeit, Krankheiten und Wechseljahre. Schon werden in Deutschland seit zwei Jahrzehnten Schulkinder bei Konzentrationsschwäche und Ablenkung mit dem Doping-Mittel „Ritalin“ behandelt – rund eine halbe Million mit geschätzter Dunkelziffer. In knapp 20 Jahren wurde der Umsatz weltweit um das 50-fache gesteigert. Die verordneten Dosierungen dieses methylphenidathaltigen Mittels werden immer höher für diese angebliche „Glückspille“, die auf dem Doping-Markt schon weltweit gedealt wird.

Und wie einfach wäre es, wenn jeder aufmerksame Bürger durch einen gesunden, pausenhaltigen Tagesplan und einen gesund eingefädelten Idealschlaf mit diätetischer Ernährung sich selbst die Krone aufsetzen und ein vergnügteres Leben führen würde. Das wäre echte Lebenskunst!                     

Günther Feyler
(erschienen in Ausgabe 28, Juli 2015)

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