Eiskaltes Vergnügen

Eiskaltes Vergnügen
© lightpost / fotolia

Jetzt ist wieder die Zeit für eine alte aber immer moderne Sportart 

Das Wort „Winterzauber“ verbindet man mit Weihnachten, festlich geschmückten Räumen und dem Duft von Punsch und Plätzchen. Die Natur schläft. Und auch der Mensch sehnt sich nach Ruhe und einem kuscheligen Nest. Im besten Fall verbringt man viel Zeit mit der Familie, beim Essen, Spielen und Fernsehen. 

Die Bewegung an der frischen Luft, die auch im Winter so wichtig für unser Wohlbefinden ist, holt man sich oft nur durch kleine Spaziergänge. Dabei ist es so leicht, auch im Winter Sport zu treiben und dabei Zeit mit der Familie zu verbringen. Nie altbacken ist zum Beispiel das Schlittschuhlaufen, das bereits vor ca. 800 Jahren in den Niederlanden betrieben wurde. Damals wurde es als Möglichkeit genutzt, Boten auf kurzem Wege über zugefrorene Wasserflächen zu den Adeligen zu schicken, um Nachrichten zu überbringen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Gleiten auf dem Eis nicht nur dort zum Volkssport. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Ausrüstung ist leicht zu besorgen, der finanzielle Aufwand gering. Wenn nicht körperliche Schwäche oder gesundheitliche Gründe dagegen sprechen, kann man von frühester Kindheit bis ins hohe Alter auf den Metallschienen über das Eis gleiten. Und das macht das Schlittschuhlaufen zu einem herrlichen Familienvergnügen. Auch wer es noch nie probiert hat, sollte sich also einen Ruck geben. Es ist leichter zu lernen, als man denkt. Der erwachsene Anfänger sollte am besten die klassischen Eiskunstschlittschuhe tragen, da diese, im Gegensatz zu den Eishockeyschuhen eine gerade Kufe haben und somit den Gleichgewichtssinn nicht so schnell überfordern. Der Schuh darf nicht zu weich sein, soll er doch dem Fuß einen guten Halt bieten. Auch bei diesem Sport gilt, dass man sich zunächst aufwärmen muss. Schnell kommt man beim Eislaufen ins Schwitzen. Deshalb ist es besser, mehrere dünne Teile übereinander zu tragen, als nur einen dicken Anorak. So hat man immer die Möglichkeit, eine Schicht abzulegen, ohne gleich zu frieren. 

Gerade erwachsene Anfänger halten oftmals bei den ersten Versuchen ihren Rücken viel zu gerade. Besser ist es, man beugt sich ganz leicht nach vorne. Für die Sicherheit ist es am Anfang hilfreich, wenn man sich an der Bande entlang hangelt, oder sich von einer Person, die sich bereits sicher auf dem Eis fortbewegen kann, ein wenig Unterstützung geben lässt. Es ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich, doch in der Regel dauert es nicht lange, bis man sich ohne Hilfestellung auf dem Eis bewegen kann. Wiedereinsteiger kriegen das Gefühl für ihre Standfestigkeit oft schon nach Minuten zurück, auch wenn sie Jahre lang nicht auf Schlittschuhen gestanden sind. Und von dem Moment an macht es richtig Spaß, mit der ganzen Familie seine Kreise zu ziehen. 

Wo man sich zunächst kaum vorstellen konnte, dass man auf so schmalen Kufen überhaupt stehen kann, wird man immer sicherer. Der Gleichgewichtssinn profitiert unglaublich vom Schlittschuhlaufen, die Körperkontrolle und der aufrechte Gang wird gestärkt. Nicht umsonst hat man oft das Gefühl, dass routinierte Schlittschuhläufer auf wunderbare Art und Weise so wirken, als hätten sie ihre Mitte gefunden. 

Immer sicherer wagt man einen Schritt nach dem anderen und trainiert dabei auch effektiv die Bein- und Pomuskulatur. Beim Ausbalancieren wird die Bauchmuskulatur gestärkt. Und das Herz-Kreislaufsystem profitiert ebenfalls. Zusammenhalt, Lachen, sich gegenseitig stützen und wenn es sein muss auch mal aufhelfen, ein Team sein mit der gesamten Familie: das ist das schöne Beiwerk dieser immer modernen Sportart. Und nach so viel Bewegung schmecken die Plätzchen mit Kakao noch viel besser. 

Cornelia Mittermayer
(erschienen in Ausgabe 23, November 2013)

Anzeigen