Mit dem Radl hoch hinaus

Mountainbiken ist ein Vergnügen zu jeder Jahreszeit Mountainbiken ist ein Vergnügen zu jeder Jahreszeit
© Mario Webhofer / fotolia

Fitness-Training vor der Haustür

Allzu lange ist es noch nicht her, dass Mountainbiker als Exoten galten. Mittlerweile hat sich das Fahrradfahren im unwegsamen Gelände und Gebirge allerdings etabliert. Schließlich macht es nicht nur Spaß. Es kann viel zur Gesundheit beitragen.

Kondition und Ausdauer werden innerhalb weniger Trainings­einheiten gestärkt, das Herz- Kreislaufsystem stabilisiert und das Gleichgewichtsgefühl durch den unebenen Untergrund geschult. Fettpölsterchen schwinden und weichen insbesondere an den Beinen, dem Po und dem oberen Rückenbereich schön definierten Muskeln.

Wie für jede Sportart benötigt man auch für diese in erster Linie das richtige Gerät. Da es eine  große Auswahl an Mountainbikes gibt, lässt man sich am besten fachmännisch beraten. Typisches Merkmal eines Berg-Radls ist der breite Grobstollenreifen. Für die Feinabstimmung von Muskelkraft und Steigung werden 21 bis 27 Gänge angeboten. Im Vergleich mit anderen Fahrrädern haben Mountainbikes einen niedrigeren Rahmen. Sie bestehen in der Regel aus leichten Metallen. Im­mer öfter werden aber auch Rä­der aus Kohlefaser angeboten. Das Sportgerät sollte nicht nur zur Körpergröße, sondern auch zur Statur passen. Zu beachten ist, dass Mountainbikes zu den Sport­­geräten zählen und als solche nicht für das Fahren im Stra­ßen­verkehr zugelassen sind, da sie normalerweise nicht mit Lichtern, Reflektoren usw. ausgestattet sind.

Man sollte beim Bergradeln auf eine Schutzausrüstung nie verzichten. Handschuhe, eine Brille und ein Helm gehören zur Stan­dardausrüstung. Unterschätzt wird auch oft, dass es im Gebirge empfindlich kalt sein kann. Ist man zudem noch verschwitzt, kommt man schnell ins Frieren. Man sollte also bei jeder Tour an wärmende Kleidung und etwas zum Umziehen denken.

„Sport ist von Nutzen, bis deine Wangen sich röten. Danach ist er schädlich.“ Das wusste schon Diogenes. Wenn man nicht zu denjenigen Mountainbikern zäh­len will, die schon bei den ersten Touren an Verletzungen oder De­motivation scheitern, lässt man es am besten langsam angehen. Gerade wenn man nicht „in Form“ ist, ist es wichtig, mit kürzeren Strecken und wenig Steigung zu beginnen. Schon das Fahren auf unebenen Wegen, auf Schotter und dergleichen, verschafft dem Anfänger nicht nur das rasche Ausschütten von so genannten Glückshormonen, sondern auch Erfolgserlebnisse durch Trainings­fortschritte. Hier im schönen Chiemgau hat man das Glück, mit dem Training quasi fast vor der Haustüre beginnen zu können. Unebene Wege durch die Land­schaft bieten sich als erstes Trai­ningsziel und zum Kennenlernen seines Equipments an. Später wählt man hügeligere Strecken, die man in speziellen Karten für Fahrradtouren leicht finden kann. Bergtouren für MTBler gibt es mit unterschiedlichen Schwierig­keits­graden. Der Anfänger wird genauso fündig wie der Könner. Wenn man in einer Gruppe fährt, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Strecke auch dem  schwächsten Mitglied im Team noch gerecht wird. Unfälle geschehen oft durch Überforderung. Gerade in der Gruppe sollte nicht das Trainings­ziel, sondern die gemeinsame Unternehmung im Vordergrund stehen.

Die schöne Sportart hat sich zum Ganzjahresvergnügen entwickelt, da viele Enthusiasten ihrem Hobby auch im Winter nachgehen, sofern es die Wit­terungsverhältnisse erlauben. Doch wann immer man fährt: Es ist ein großartiges Gefühl, die Berge mit Pedalkraft erklommen zu haben. Man kann stolz auf die erbrachte Leistung sein, hat etwas für seine Fitness getan, atmet klare Bergluft, genießt einen wunderbaren Blick ins Tal. Was will der Mensch mehr?    

Cornelia Mittermeyer
(erschienen in Ausgabe 16, November 2011)

 

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