Vergnügen im Schnee

Schlittenfahren ist eine Gaudi für die ganze Familie Schlittenfahren ist eine Gaudi für die ganze Familie
© Patrizia Tilly / fotolia

Beim Rodeln freudige Winterstunden erleben

Beim Wort Wintersport denkt man gewöhnlich ans Skifahren oder Schlittschuhlaufen. Wer nicht so sportlich ist, muss den Winter aber auch nicht auf der heimischen Ofenbank verbringen. Die kalte Jahreszeit hat ihren ganz eigenen Zauber und ist es wert, erlebt und genossen zu werden. Schlittenfahren ist dazu bestens geeignet. Man benötigt dazu weder Kenntnisse noch viel Kondition. Alles was man braucht, ist ein passendes Gefährt. Und wenn der glitzernde Schnee unter den Kufen knirscht, wird einem nicht nur ums Herz warm.
 
Worauf man den Hang hinunterkommt, bleibt jedem selbst überlassen. Vom ganz schlichten Plastikrutscherl bis zu High-End-Geräten gibt es bei Rodelschlitten alles, was das Herz begehrt. Viele der neuen Rodelsportgeräte sind aus Kunststoff, so auch die Bobschlitten. Es gibt bei ihnen große Unterschiede in den Bauarten. Vom Kinderspaßgerät, das beidseitig Griffe zum Bremsen und Lenken hat, bis zum Rennbob sind unzählige Variationen erhältlich. Noch jung in der Schlittenfamilie ist das Airboard - ein aufblasbarer Flitzer, mit dem Profis sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Auf diesem Gerät liegt man bäuchlings und bewegt sich mit dem Kopf voran den Hügel hinab.
 
Es gibt so viele verschiedene Schlittenmodelle, dass jeder etwas finden kann. Mein Herz aber schlägt für den klassischen Rodelschlitten. Ursprünglich diente er Bergbauern als Transportmittel. Mit seiner Hilfe wurden beispielsweise Heu oder Holz zur Hofstelle oder ins Tal befördert. Das aus dem Schweizerischen stammende Wort „rodeln“ sagt aus, dass es dabei nicht gemütlich zuging: Es bedeutet soviel wie Rütteln. Erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts setzte es sich durch, den Berg aus reiner Freude auf so einem Gefährt hinunter zu rutschen. Den klassischen Rodel gibt es zwar inzwischen auch aus Plastik. Schöner und haltbarer sind aber die Schlitten aus Eschen- oder Buchenholz, mit oder ohne Hörner. Über Generationen können sie weitergegeben werden und verlieren nichts von ihrem Reiz und ihrer Aktualität. Es ist etwas ganz Besonderes dabei zuzusehen, wenn die eigenen Kinder und Kindeskinder auf dem Rodel unserer Kindertage ihre helle Freude haben! Und noch viel mehr Spaß macht es, den uns lieb gewordenen Schlitten selbst oder mit den Kindern gemeinsam zu nutzen, um freudige Winterstunden zu erleben. Niemand sagt, dass nur Kinder Winterspaß mit einem Schlitten haben können. Diese Freude kann sich jeder gönnen.
 
Der Rodel gleitet auf zwei mit Schienen beschlagenen Kufen. Man unterscheidet den ursprünglichen Davoser Schlitten und den modernen Sportrodel. Der wesentliche Unterschied ist, dass der moderne Flitzer auf der Kante der Schienen aufliegt, während der Davoser Rodel auf der gesamten Auflagefläche der Kufen steht. Der Davoser ist ein Familienschlitten mit großer Sitzfläche. Auf ihm können zwei Kinder gleichzeitig durch den stäubenden Schnee jagen – aber auch Mama oder Papa mit dem Kleinen. Es ist ein mehr oder weniger gemütlicher Spaß, der da geboten wird, abhängig von Länge und Steilheit des Hanges. Gelenkt wird wie eh und je durch Gewichtsverlagerung. Zum Bremsen nimmt man ganz einfach die Füße. Wenn es klirrend kalt ist und der Schnee in der Sonne glitzert, dann ist der klassische Rodel für Jung und Alt, für die ganze Familie der Spaßbringer schlechthin. In Gedanken höre ich schon den Schnee unter den Kufen knirschen. Den Zauber des Winters zu entdecken ist beim Schlittenfahren ganz einfach. 

Cornelia Mittermeyer
(erschienen in Ausgabe 13, November 2010)

 
 

 

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